13. August 1961

Der heutige Tag ist ein Tag der Erinnerung, ein Anlass zum Innehalten und Nachdenken. Heute vor 60 Jahren, am 13. August 1961, begann das Regime der SED in der ehemaligen DDR unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Berliner Mauer.

Was die Kommunisten in ihrem Unrechtsstaat einen antikapitalistischen Schutzwall nannten, war in Wahrheit ein brutaler Akt zur Manifestierung der unnatürlichen Teilung einer Stadt und einer ganzen Nation. Unendliches Leid wurde den Menschen zugefügt, Familien waren von einem auf den anderen Tag auseinandergerissen und den Versuch, die Mauer zu überwinden, bezahlten nicht wenige mit ihrem Leben. Stacheldraht, Selbstschussanlagen und Schießbefehl sollten den kommunistischen Machtwahn absichern. Walter Ulbricht hatte den teuflischen Plan ins Werk gesetzt, Erich Honecker und seine zweite Ehefrau Margot haben ihn zeitlebens verteidigt, selbst im chilenischen Exil. Unvergessen der Satz, die Mauer werde noch in hundert Jahren stehen.

Zu den glücklichsten Momenten der deutschen Geschichte gehört es, dass all der Irrsinn, den alte verknöcherte Apparatschiks ersonnen hatten, den Wunsch der Menschen in der DDR nach Freiheit nicht dauerhaft unterdrücken konnte. Am 09. November 1989 fiel die Berliner Mauer, und die Freiheit hielt Einzug. Endlich war das Schicksalsdatum der Deutschen, der 09. November, einmal mit einem positiven Ereignis verbunden. Es folgten mit der Wiedervereinigung unseres Deutschen Volkes im Jahre 1990 die besten Jahre für die Bundesrepublik Deutschland, sieht man einmal von dem sogenannten Wirtschaftswunder ab, das Ludwig Erhard selbst übrigens niemals als solches bezeichnen wollte. Der Aufbruch in ein neues Zeitalter nach dem Ende des Kalten Krieges, Gründergeist und Tatendrang prägten die folgende Dekade. Es wurde produziert, es wurde entwickelt, es wurde gelebt. Und es wurde gefeiert. Noch heute heißt es, wer sich an die 90er erinnern kann, hat sie nicht erlebt. Der Autor kann sich nicht erinnern.

Der traurige und nachdenklich stimmende Teil der deutschen Geschichte nach der Wende ist in der Tatsache begründet, dass diejenigen, die für die Mauer und all das hierdurch verursachte Elend die Verantwortung tragen, heute wieder in Amt und Würden sitzen.

Zwar wurde die SED im Laufe der Jahre zunächst in PDS und dann in Die Linke umbenannt. Dennoch ist es die alte SED. So erklärte der seinerzeitige Bundesschatzmeister der Linken, Karl Holluba, im Jahre 2009 vor dem Berliner Landgericht an Eides statt: „Die ,Linke‘ ist rechtsidentisch mit der ,Linkspartei.PDS‘, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.“ Genau diese Partei ist mittlerweile zu einem verlässlichen Koalitionspartner von SPD und Grünen geworden. Sie regiert derzeit in Berlin sowie in Bremen mit und führt in Thüringen eine Regierung an, die allerdings seit der Wahl im Jahre 2019 über keine eigene Mehrheit mehr verfügt. Daher wird die dortige Minderheitsregierung heute auch von der CDU mitgetragen.

Die SED/PDS/Linke hat sich niemals ausdrücklich und glaubhaft von Mauer, Stacheldraht, Schießbefehl und Stasi distanziert. Niemals hat es einen Bruch mit den alten Kadern gegeben, bspw. Gesine Lötzsch und Dietmar Bartsch sitzen heute noch im Deutschen Bundestag. Dennoch haben zunächst SPD und Grüne diese Antidemokraten salonfähig gemacht und mit ihnen die ersten Koalitionen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin geschlossen. Jetzt hat auch die CDU eine alte SED-Kommunistin zur Verfassungsrichterin in Mecklenburg-Vorpommern mitgewählt. Diese bekennt sich noch heute zu dem Unrechtsstaat DDR. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dies in der Fragestunde des Deutschen Bundestages ausdrücklich verteidigt. Das ist verständlich, war sie doch selbst seinerzeit FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda.

Dem Autor ist nach Speien zumute, wenn er den geschichtsvergessenen und skrupellosen Umgang der sogenannten Demokraten mit unserer jüngsten Vergangenheit betrachtet. SPD und Grüne haben diejenigen zu Tisch gebeten, die für die zweite Diktatur auf deutschem Boden verantwortlich sind und sich ihrer Verantwortung bis heute nicht stellen. Die CDU gesellt sich nunmehr bereitwillig an diesen Tisch dazu.

PFUI, so etwas tut man nicht!

Bei allem Groll empfindet der Autor jedoch eine tiefe Dankbarkeit und ein großes Glück bei der Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989 ohne einen einzigen Schuss. Das ist das, was bleibt und die Zwerge der Geschichte überdauert.


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