Deutschland: Kultureller Tod schreitet voran – Bibliodiversität statt Amazonisierung – Verlage sterben

Wer liest eigentlich noch ein Buch, das in den Händen gehalten wird? Die digitale Informationsbeschaffung via Sozialer Medien oder Youtube scheint Printmedien und besonders das traditionelle Buch abzulösen.

Darüber hinaus wächst der Markt für Hörbücher. Ein Trend, den Verlage, Verleger, Autoren und Hörer durchaus begrüßen.

Doch eine Frage bleibt völlig unberücksichtigt: Über welche Vertriebskanäle gelangen Bücher und Hörbücher an ihre Leser und Hörer?

Die regelmäßige Antwort auf diese ökonomisch wichtige Frage lautet: Amazon!

In den letzten Jahrzehnten hat sich eine “Amazonisierung” in Deutschland und der Welt entwickelt. Der Online-Einkauf wird immer populärer. Dazu trug auch die Corona-Pandemie extrem bei. Es ist ja so bequem, oder? Ein Klick und das Buch befindet sich kurzfristig im persönlichen Briefkasten.

Was viele Leser und Hörer nicht wissen ist die Tatsache, dass bei einem online Amazonkauf nicht ein Cent beim Verlag und dessen Verleger ankommt. Diese sind es jedoch, die die Bücher und Hörbücher produzieren. Dabei fällt besonders ins Gewicht, dass die Verlage unmittelbar nicht abschätzen können, wie das jeweilige Buch/Hörbuch letztendlich am Markt ankommt. Der Büchermarkt ist diffus, das verraten die zahlreichen Buchmessen u. a. in Frankfurt am Main, Leipzig und Berlin.

Die betriebswirtschaftlichen Folgen liegen auf der Hand: Ohne Umsätze können die Kosten der Verlage nicht kompensiert werden. Die Verlage gehen in großer Zahl insolvent oder werden von größeren Verlagen aufgekauft. Das Verlagsangebot nimmt ab und die Buchauswahl dezimiert sich zudem.

Die Kultur Deutschlands nimmt Schaden. Der kulturelle Tod in der Bundesrepublik Deutschland schreitet weiter voran.

Wird zukünftig nur dasjenige Thema als Buch respektive Hörbuch verlegt, das einen maximalen Absatz auf dem Büchermarkt verspricht?

Tritt dies so ein, so leidet die Büchervielfalt (Bibliodiversität), die Themenvielfalt und die geistige Kultur in Deutschland noch mehr, als es heute sowieso schon der Fall ist.

Wie ist das Problem zu lösen?

Manchmal sind die Lösungen ganz schlicht und einfach sowie liegen auf der Hand. Lassen wir den Computer ausgeschaltet und kaufen unsere Bücher im lokalen Buchhandel. Die Buchhandlungen beschaffen die Bücher ebenso rasch, wie es Amazon zu leisten imstande ist.

Auf den Punkt gebracht muss der zukünftige Trend lauten: Mehr Bibliodiversität statt Amazonisierung!

Darüber hinaus tut den Menschen in Deutschland Bewegung gut. Der Buchhändler unseres Vertrauens und die Verlage und Verleger freuen sich. Beide haben es aufgrund ihres unternehmerischen Risikos verdient.

Nutzen wir jetzt in Deutschland die Chance, uns unsere kulturelle Pluralität zu erhalten! Bibliodiversität verhindert den kulturellen Tod Deutschlands. Das sollte Grund genug sein, oder?


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