allesdichtmachen: Die leichte Windböe des Widerstandes

Wenn sich Prominente aus Film, Sport oder Kultur öffentlich kritisch zu politischen oder gesellschaftlichen Themen in Deutschland äußern, dann kann die eigene Karriere sehr schnell vorbei sein. Beste Beispiele dafür sind der Kabarettist und Schauspieler Uwe Steimle oder der ehemalige Torwarttrainer des Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC, Zsolt Petry.

In Deutschland schickt es sich für Personen des öffentlichen Lebens nicht, eine eigene Meinung zu haben und sich in die wichtigen gesellschaftlichen Debatten einzumischen – außer, man reiht sich in die Gruppe derjenigen ein, die eine Mainstream-Meinung vertreten. Das kann dann sogar förderlich für das eigene Fortkommen sein.

Nun aber weht eine leichte Windböe des Widerstandes durch unser Land: Ursprünglich 52 Schauspielerinnen und Schauspieler protestieren in Kurzvideos gegen die Corona-Politik der Bundesregierung. Ihre Kritik ist ironisch, witzig und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus ausgestattet.

Kaum gestartet, bläst die deutsche Journaille zum Sturm auf die Prominenten: Die Aktion sei „eine Verhöhnung der Corona-Toten“, so das RedaktionsNetzwerk Deutschland. Der Focus titelte von einer „bizarren Kampagne gegen Medien und Bundesregierung“. Und der linke Tagesspiegel kommentierte die Aktion als „so schäbig, dass es weh tut“.

Die Angriffe verfehlen ihre Wirkung nicht: Mittlerweile hat die Schauspielerin Heike Makatsch ihr bereits veröffentlichtes Video wieder zurückgezogen und folgende Erklärung dazu abgegeben:

Foto-Quelle: Screenshot Instagram-Profil Heike Makatsch

Der Rückzug Makatsch ist peinlich und zeigt überdeutlich, dass es vielen Schauspielern an dem nötigen Mut fehlt, sich auch einmal kritisch und öffentlich mit den freiheitsbeschränkenden Maßnahmen der Bundesregierung im Rahmen der Corona-Pandemie auseinanderzusetzen. Es bleibt zu hoffen, dass Frau Makatsch die einzige Schauspielerin mit Gummi-Rückgrat bleibt, die sich von dieser guten Aktion distanziert.


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