Arbeiter jubeln: der Brexit ist ein großer Erfolg

Explodierende Arbeiter-Löhne, sinkende Mieten, boomende Wirtschaft: für sozialistische Medien wird es immer schwieriger, das Erfolgsmodell Brexit kaputt zu reden.

Was müssen wir uns nicht alles für Märchen über den Brexit anhören: Wirtschaft am Boden, Fachkräftemangel, Tankstellen ohne Benzin. Die Wahrheit ist eine ganz andere: nie in der Geschichte des heutigen Englands sind die Arbeitereinkommen stärker und schneller gestiegen, hatte Handwerk einen höheren Stellenwert als jetzt. Denn: die Wirtschaft Großbritanniens boomt wie selten zuvor.

63.000 Euro Lohn für LKW-Fahrer

Der Brexit machts (nicht mehr) möglich. Wenn die Löhne für Arbeiter (wie jetzt) zu steigen „drohen“, können (nicht mehr wie früher) einfach Billigarbeiter aus Osteuropa herangekarrt werden, um die Löhne zu drücken. Jetzt funktionieren Nachfrage und Angebot endlich wieder!

Der Grund: wegen Corona haben circa 1,3 Millionen EU-Bürger England verlassen, alleine 700.000 die Hauptstadt London. Nun fehlen alleine 100.000 LKW-Fahrer.

Was jetzt geschieht, übersteigt die kühnsten Träume selbst radikaler Gewerkschafter: die Industrie überbietet sich geradezu bei Lohnerhöhungen – und liegt vielfach höher als es die Gewerkschaften je zu fordern gewagt hatten.

Supermarktketten wie Waitrose müssen LKW-Fahrern mittlerweile 63.000 Euro im Jahr zahlen, um welche zu bekommen. Das ist mehr, als Finanzanalysten in der Londoner City verdient (55.000 Euro). Oder Lehrer.

Franzosen für Brexit?

Schon fordern die französischen Gewerkschaften ähnliche Lohnsteigerungen wie drüber dem Kanal. In Frankreich fehlen etwa 43.000 Fahrer. Doch hoffen die Franzosen vergeblich – denn in Frankreichs Grenzen sind (für fleißige Migranten aus Osteuropa) noch immer sperrangelweit offen.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Tories („Konservativen“) gerade in den nordenglischen, früheren Labour-Wahlkreisen, 2019 große Wahlerfolge feierten.

Und dass die Euphorie auch in London Einzug hält: wo das Mietenniveau langsam wieder zurückkommt.

Johnson hebt Mindestlöhne um 5,7% an

Wer hätte das vor kurzem noch gedacht: ausgerechnet ein konservativer (!) Premier drängt auf die massive Erhöhung britischer Mindestlöhne. Dann würde ein ungelernter Arbeiter in Großbritannien mindestens 11 Euro die Stunde bekommen (also 1.900 Euro brutto den Monat).

Der Unternehmensverband „Confederation of British Industry“ tobt. Und er warnt: die höheren Löhne könnten zu höheren Preisen führen. Doch die Unkenrufe der Bosse sind zu durchsichtig. Denn höhere Löhne könnten tatsächlich zu einem gewaltigen Modernisierungsschub führen. Nur wenn Arbeiterlöhne dauerhaft hoch bleiben, rentieren sich Rationalisierungsinvestitionen.

Fake „Gasknappheit“

Wochenland schimpften sozialistischen Medien über das „Gas-Chaos rund um den Brexit“. Und tatsächlich schimpfen auch Engländer über das Anziehen der Gaspreise. Aber erstens steigen die Preise in der EU ebenfalls. Und zweitens ist der Grund in England die boomende Wirtschaft (eine Information, die Sie auf ZDF, ZEIT und Co. wohl nicht erfahren werden). Bis zu sieben Prozent Wachstum könnten heuer drinnen sein. Und das bei weniger Arbeitskräften als vor dem Brexit – was das BIP je Einwohner an die Europa-Spitze katapultieren könnte!

Und last but not least: hohe Gaspreise sind nicht schlimm – wenn man genug Kaufkraft besitzt. Und die explodiert im Vereinigten Königreich geradezu – während sie in vielen Teilen der EU hartnäckig stagniert.

In Wahrheit zittert die Europäische Union samt ihrem „roten“ Medienapparat. Denn der britische Boom wird die Bank of England schon sehr bald veranlassen, ihre Zinsen anzuheben. Was die EZB zwingen würde, es den britischen Kollegen gleichzutun.

Das könnte der Anfang vom Ende des Paneuropäischen Sozialismus sein: denn Zinsen von 2% und mehr bedeuten für sozialistische Pleitestaaten wie Griechenland, Italien, Portugal – oder Frankreich – das sichere Ende!

In Wahrheit ist das sogenannte „Brexit-Chaos“ eines der „roten EU“.

Ein Gastbeitrag von Steven Garcia. Der Berliner ist Romanautor und hat das Buch “Orwell 2024” veröffentlicht. Bitte beachten Sie hierzu die Werbeanzeige auf unseren Internetseiten.


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