Aufwachen, CDU!

Die Lage könnte nicht dramatischer sein: Mit jeder weiteren Wahlumfrage verfestigt sich das Bild einer grünen Kanzlerschaft im September. Nach einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF belegt die Union erneut nur den 2. Platz (25 Prozent), die Grünen haben mit 26 Prozent wieder einmal die Nase vorn. Zum Vergleich: Vor einem Monat langen die Grünen ebenfalls bei 26 Prozent, die CDU aber nur bei 23 Prozent.

Die SPD dümpelt mit einem Zustimmungswert von 14 Prozent weit abgeschlagen auf Platz 3 herum. Vor diesem Hintergrund kann die ausgerufene Kanzlerkandidatur von Olaf Scholz eher als Realsatire gewertet werden. Mit demselben Anspruch könnten auch die AfD sowien die FDP einen Kanzlerkandidaten ins Rennen schicken.

Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, wie die Grünen als stärkste politische Kraft kurz nach der Bundestagswahl zu Koalitionsverhandlungen einladen: Dann schwingen die Öko-Ideologen den politischen Taktstock für Deutschland.

Der politische Berufsoptimist würde anhand der nun vorliegenden Zahlen sagen: „Klasse, die CDU ist im Aufwind und kann die Grünen in den nächsten Monaten vielleicht noch überholen.“  – Dem würde ich gerne entgegnen: „Und dann…? Was haben wir dadurch gewonnen?“ Denn ein Blick auf die Prozentpunkte der anderen Parteien zeigt sehr deutlich, dass es unabhängig vom Wahlausgang am 26. September keine Regierungsbeteiligung ohne die Grünen geben wird:  Entweder es kommt zu Grün/Rot/Rot, Grün/Rot/Gelb oder zu Schwarz/Grün bzw. Grün/Schwarz. An den Grünen kommt also niemand vorbei. Und das wissen auch Angela Merkel und Armin Laschet.

So langsam müsste es daher auch dem letzten Christdemokraten dämmern, dass man als „moderne Großstadtpartei“, als „Partei der Mitte“ weder der SPD, und schon gar nicht den Grünen die Wählerstimmen abnehmen kann. Das funktioniert einfach nicht und treibt viele konservative und bürgerliche Wähler eher in die Arme der AfD. Der Aderlass der Union setzt sich somit fort.

„Wer everybody`s darling sein möchte, ist zuletzt everbody`s Depp!“, wusste schon Franz Josef Strauß und war mit einer klaren, kantigen Politik in Bayern nicht nur der beliebteste, sondern auch der erfolgreichste Ministerpräsident seines Bundeslandes. Die CDU sollte sich dieses zu Herzen nehmen und sich deshalb sehr schnell auf ihre Kernkompetenz, auf ihre ursprünglichen Inhalte und Werte konzentrieren. In diesen wirtschaftlich wie gesellschaftlich schwierigen Zeiten brauchen die Menschen politischen Halt und eine klare Führung, anstatt eine vorauseilende Rücksichtnahme auf mögliche politische Mehrheiten nach der Bundestagswahl. Klare Kante statt Beliebigkeit ist das Gebot der Stunde.


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