Bluttat in Idar-Oberstein: Doppelstandandards as usual

Das Opfer der Bluttat von Idar-Oberstein war noch nicht obduziert, die Ermittlungen erst am Anfang, da stand schon fest, dass der Täter ein von Hass und Hetze getriebener, radikaler Corona-Leugner war und die “Querdenker”-Bewegung mindestens mit geschossen hat.

Ähnlich war es bei dem Messer-Massaker von Würzburg. Nur stand damals schon vor der Obduktion der Opfer und den Ermittlungen fest, dass der Täter gefälligst psychisch krank und ein terroristischer, gar islamistischer Hintergrund auszuschließen sei.

Dies wiederum im Gegensatz zu Hanau. Da wurde dem Täter zwar eine schwere paranoide Schizophrenie attestiert, er verfügte über eine entsprechende Krankengeschichte, hatte durch krude Briefe an Behörden mehr als deutlich gemacht, dass in seinem Oberstübchen nicht alles rund läuft – aber es hat niemand interessiert. Seine tatsächliche psychische Erkrankung wird vom Tisch gefegt, seine Tat, inkl. dem Mord an der eigenen Mutter, ausschließlich als rassistische, fremdenfeindliche Tat abgetan.

Jetzt berichtet “NewsTR” über ein tödliches Beziehungsdrama in der Familie des Mörders von Idar-Oberstein:

Nun haben Recherchen der „Rhein-Zeitung“ herausgefunden, dass die Familie bereits im März 2020 „tödlich“ in Erscheinung getreten ist. Auch newstr.de war damals vor Ort, um zu berichten. Nun ist klar: Es gibt einen familiären Zusammenhang zwischen einem Familiendrama in Herrstein und dem Mord in Idar-Oberstein.

https://news-trier.de/region/birkenfeld/vater-des-taeters-von-idar-oberstein-schoss-2020-auf-seine-frau,50960.html

Demnach hat der Vater des Täters vor anderthalb Jahren auf seine Frau geschossen und sich anschließend das Leben genommen. Die Mutter des Täters überlebt schwer verletzt.

Ob und wie diese Bluttat in der eigenen Familie möglicherweise Auswirkungen auf die Psyche des Täters hatte, müssen jetzt entsprechend qualifizierte Experten herausfinden.

Für die Instrumentalisierer dieser Bluttat wird das aber keine Rolle spielen. Sie haben den “richtigen” Täter und das “richtige” Motiv. Und einmal mehr einen Grund für eine Waffenrechtsverschärfung, selbst wenn die Tatwaffe, immerhin das stand recht schnell fest, illegal im Besitz des Täters war.

Wer etwas zurückhaltender ist und etwas leisere Töne als sofortige Verdammung und Pauschalisierung anschlägt, so wie Friedrich Merz, kann sich der ins Absurde übersteigerten Empörung völlig frei drehender politischer Gegner wie Hubertus Heil sicher sein.

Was die Ermittlungen an Erkenntnissen erbringen werden oder bisher erbrachten, interessiert nicht die Bohne. Instrumentalisieren darf man eine Tat, so lange sie wunderbar ins eigene Weltbild passt. Keinesfalls instrumentalisieren darf man dagegen, wenn es der “falsche” Täter bzw. das Tatmotiv “falsch” ist. Dann war es per se ein psychisch Kranker. Völlig unabhängig davon, zu welchen Erkenntnissen die Ermittler tatsächlich kommen.

Titelbild von Olaf Mühlenbrock auf Pixabay


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Über den Autor

Benedikt Krainz
Boomer, Sportschütze, Blogger, Hobby-Waffenlobby-Aktivist. Staatlich regelmäßig überprüft hinsichtlich Zuverlässigkeit, persönlicher Eignung und neuerdings Verfassungstreue.

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