Brandanschlag nur vorgetäuscht? Ermittler sind sich sicher: Kurde wollte Versicherungssumme kassieren

Wer sich heute als Opfer rechter Gewalt darstellt, dem wird- unabhängig von Wahrheitsgehalt seiner Aussage – die volle Aufmerksamkeit der Medien und die uneingeschränkte Zuwendung der Politik zuteil.

So auch Mehmet Ali Tomasoglu. Der Kurde betrieb am Rande der Chemnitzer Innenstadt die Gaststätte „Mangal“. Das Lokal viel im Oktober 2018 einem Brandanschlag zum Opfer. Das Gebäude brannte völlig aus. Der Sachschaden belief sich damals auf eine halbe Million Euro.

Wie die Polizei später rekonstruieren konnte, waren Unbekannte in die Gaststätte eingebrochen und hatten 100 Liter Brandbeschleuniger verteilt und an mehreren Stellen entzündet. Dass dieser feige Brandanschlag keine Menschenleben forderte, grenzt an ein Wunder: Über dem Lokal befanden sich Mietwohnungen, in denen sich zur Tatzeit 15 Bewohner aufhielten. Sie konnten von der Feuerwehr unverletzt evakuiert werden.

Schnell war für alle klar, wer für diesen feigen Anschlag verantwortlich zeichnet: Die Rechtsextremisten, sprich Neonazis! Kaum war dieser Verdacht ausgesprochen, schon gaben sich die Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker in Chemnitz die Klinke in die Hand, um dem so Gescholtenen das Beileid auszudrücken und zu versichern, dass man alles in seiner Macht Stehende tun werde, um die Brandstifter zu fassen. Und so stattet nicht nur die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sowie der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dem vermeintlichen Opfer der rechtsextremen Tat medienwirksam einen Besuch ab, sondern Tomasoglu schaffte es darüber hinaus, eine Audienz bei unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu bekommen. Zudem erreichte den Gastwirt eine Welle der Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. Eine eigens geplante Spendenaktion zu seinen Gunsten lehnte der umtriebige Kurde allerdings ab. Dafür nahm er aber die Versicherungssumme in Höhe von 300.000 Euro dankend entgegen.

Dann kam die Wende in dem Fall: Es ist der akribischen Arbeit des LKA zu verdanken, dass zweieinhalb Jahre nach dem Anschlag doch noch zwei Tatverdächtige ermittelt werden konnten: Das angebliche Opfer Tomasoglu und ein Komplize! Beide stehen in Verdacht, den Brand gelegt zu haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Und so klickte in der vergangenen Woche die Handschellen für die zwei Männer. Umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen in den Wohn- und Geschäftsräumen der Beschuldigten führten auch zum Auffinden von Beweismitteln. Tomasoglu sitzt derzeit in Untersuchungshaft, ihm und seinem Komplizen wird nicht nur Versicherungsbetrug, sondern auch 15-facher versuchter Mord vorgeworfen.

Die Politiker hingegen, die sich einst medienwirksam mit dem angeblichen Opfer der angeblichen rechtsextremen Tat haben fotografieren lassen, sind mittlerweile weggetaucht.    


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