Brüssel: Einheitliche Bargeldobergrenze soll kommen

Bargeld ist und bleibt das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen. Dennoch wird auch hierzulande die Möglichkeit der Barzahlung immer weiter eingeschränkt. Zwar gibt es in Deutschland keine Höchstgrenze bei Zahlungen mit Münzen und Scheinen, aber dennoch strenge Aufzeichnungs- und Meldepflichten: Wer mit einem Betrag über 10.000 Euro arbeitet, gerät in den Fokus der staatlichen Behörden und muss diesen „ungewöhnlichen Geldfluss“ unter Umständen nachweisen. Besonders betroffen von dieser Regelung sind Banken, Versicherungen, Autohändler und Juweliere.

In 18 der 27 EU-Mitgliedsstaaten gibt es weitaus strengere Obergrenzen als in Deutschland. In Frankreich liegt die Höchstgrenze der Bargeldauszahlungen beispielsweise für französische Steuerzahler bei 1.000 Euro, in Griechenland bei 500 Euro. In Italien sind Bargeldauszahlungen bis 2.999 Euro ohne Nachweis möglich und in Spanien liegt die Höhe bei derzeit 2.500 Euro.  

In Brüssel arbeitet man aktuell an einer Empfehlung zur einheitlichen Bargeldobergrenze in der Europäischen Union. Auf welches Limit man sich letztendlich EU-weit einigen wird, ist derzeit noch offen. Insider vermuten, dass von den drei bereits diskutierten Höchstgrenzen die Variante der zehntausend Euro-Obergrenze am wahrscheinlichsten ist. Den Mitgliedstaaten soll darüber hinaus aber selbst überlassen werden, ob sie das Limit noch niedriger setzen.

Dass man mit einer Vereinheitlichung der Obergrenze tatsächlich den Terrorismus, die Kriminalität oder die Schwarzarbeit wirksam eindämmt, bezweifeln viele Experten. Auch sehen Kritiker in der Bargeld-Obergrenze grundsätzlich eine Einschränkung der Freiheit.


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