Bundespräsidentenwahl in Österreich wird spannend

Am 9. Oktober haben die politikinteressierten Leser unseres Blogs gleich mehrfach die Auswahl, welchen Wahlausgang sie beobachten wollen: In Deutschland finden die Wahlen zum Niedersächsischen Landtag statt, bei der CDU-Minister Bernd Althusmann den amtierenden Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) herausfordert und ablösen will – angesichts der schlechten Umfragewerte für die Union ist das allerdings großes Wunschdenken.

Interessant dürfte auch die Wahl zum Oberbürgermeister in Cottbus werden. Denn dort hatte es der AfD-Kandidat Lars Schieske neben dem SPD-Kandidaten Tobias Schick in die zweite Runde geschafft; beide verwiesen die CDU damit auf den undankbaren dritten Platz. Der BLAULICHTBLOG berichtete.

Nun ist spannend, wie sich insbesondere die CDU- und FDP-Anhänger im zweiten Wahlgang verhalten werden: Im Osten der Republik ist die Wählerbindung an die Parteien sowie die Ausgrenzung der AfD weitaus geringer als in den alten Bundesländern. Gut möglich also, dass die Unionsanhänger eher für den AfD-Kandidaten als den SPD-Wahlbewerber votieren werden.

Aber auch die Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten verspricht einen spannenden Abend. Sieben Bewerber streiten um den Einzug in die Wiener Hofburg. Amtsinhaber Alexander Van der Bellen (Die Grünen) kratzt zwei Wochen vor dem Urnengang an der 50-Prozent-Marke. Seine Herausforderer sind allesamt weit abgeschlagen. Sollte der amtierende Bundespräsident allerdings im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit erreichen und damit in eine Stichwahl kommen, so könnte es ähnlich wie bei der Wahl vor sechs Jahren noch einmal spannend werden: Denn fünf der sieben Kandidaten sind dem bürgerlich-konservativen Lager zuzurechnen. Sollten die Unterlegenen im zweiten Wahlgang dann also eine Wahlempfehlung für den Gegenkandidaten Van der Bellens aussprechen, so wären beide Wählerlager möglicherweise wieder nahe beieinander.   

Aus dem Pool der konservativen Kandidaten stechen zwei Wahlbewerber ganz klar hervor: Der von der FPÖ nominierte Volksanwalt Dr. Walter Rosenkranz sowie der parteilose Blogger Gerald Grosz. Letzterer ist für seine brillante Rhetorik bekannt und in der Bevölkerung geschätzt. Ihm gelang es mühelos, die notwendigen 6.000 Unterstützungsunterschriften zur Wahlteilnahme aufzubringen – auch ohne personalintensiven Parteiapparat im Rücken.

Das österreichische Medienunternehmen Oe24.at hat alle Kandidaten zu TV-Duellen geladen. Während der Amtsinhaber Van der Bellen kneift und vor dem ersten Wahlgang jegliche Konfrontation mit seinen Kontrahenten scheut (Begründung: „Man kennt mich“), liefern sich die Herausforderer jeweils einen sehenswerten gegenseitigen Schlagabtausch.

Eine Sternstunde der politischen Rhetorik war sicherlich das Duell zwischen Grosz und Rosenkranz vor wenigen Tagen. Der BLAULICHTBLOG veröffentlicht den Mittschnitt nachfolgend.


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