Chinesische Technologie-Unternehmen bilden die EM-Hauptsponsoren – „Saison-Patrioten“ schwenken ihre Flaggen

Fußball lebt in Zeiten einer Europameisterschaft (EM) von der Diskussion um Spieler, Nationalmannschaften und „Der Mannschaft“, Tore, Spielergebnisse sowie Statistiken jedweder Art. Freundschaften können in diesen Wochen ob dieser Diskussionen zerbrechen, Ehen und Partnerschaften können geschieden oder getrennt werden. Alles ist möglich.

Ungern wird über jedoch hinter die finanziellen und politischen Kulissen einer EM berichtet. Wer sind die Strippenzieher vor einer EM, in dessen Planungsphasen sowie während des EM-Turniers? Totschlagargumente sind rasch zur Hand. So wird von allseits bekannten Verschwörungstheorien ebenso gesprochen, wie der Verweis auf Fußballnörgler und -miesmacher gerne genommen wird.

Die tatsächlichen Hintergründe werden weder in Formaten wie der „Sportschau“ oder anderen medialen Sendungen thematisiert. Offenbar ist es den Programmmachern zu komplex, schwierig oder es bringt gemeinhin keine Quote. Diese ist letztlich zentral, denn ohne diese können Werbepartner, Unterstützer und Sponsoren nur sehr schwierig akquiriert werden.

Einen ersten Einblick in die Finanzierung sowie mutmaßlichen Manipulation und politischer Einflussnahme liefert die Bandenwerbung, die rund um das Spielfeld positioniert wird.

Tiktok“, „Vivo“, „Hisense“ und „Alipay“ sind nur einige EM-Hauptsponsoren neben „Qatar Airways“ und „Gazprom“, die exponiert ihre Werbung dem fußballinteressierten Zuschauer am Rande der EM-Spiele präsentieren. Was haben die vorgenannten Unternehmen gemeinsam?

Richtig, es handelt sich um chinesische Tech-Konzerne, die allesamt während der Europameisterschaft um die Gunst der millionenfachen EM-Zuschauer buhlen. Sämtlich stammen diese Technologie-Unternehmen aus China. Dabei ist eine Trennung zwischen Ökonomie und Politik unmöglich. Schließlich handelt es sich bei den erwähnten Unternehmen um Konzerne, die vom chinesischen Staat abhängen.

Auffällig erscheint, dass die chinesischen EM-Sponsoren zur Internet-Branche zählen. Diese reichen von einem Bezahlanbieter („Alipay“) über eine Video-Plattform („Tiktok“) bis hin zu einem Überwachungskamera-Hersteller („Hisense“) sowie einer der meistverkauften Smartphone-Marken („Vivo“). Die chinesischen Smartphone-Hersteller rangieren noch vor Samsung und Apple.

An dieser Stelle muss sehr kritisch angemerkt werden, dass China politisch für seine Bevölkerung das Internet zensiert, indem schlichtweg ausländische Internetseiten gesperrt werden. Peking schottet das Internet im eigenen Land ab.

Gleichwohl tritt China bei der EM mit zum Teil marktbeherrschenden Internetunternehmen in Erscheinung. Gerade das starke Auftreten chinesischer Unternehmen fällt bei der aktuellen Europameisterschaft besonders auf. Hier lohnt es sich, einmal genauer nachzudenken, welche Zielsetzungen möglicherweise politisch und ökonomisch damit verbunden sein können?

Ein autokratischer Staat – wie China es ist – tritt marktwirtschaftlich auf. Sämtliche Internet-Unternehmen sind geeignet, riesige weltweite Datenmengen zu generieren. Die so gesammelten Daten stehen der chinesischen Regierung zur Verfügung und können für von der Regierung definierte Zwecke verwendet und eingesetzt werden. „Big Data“ lautet das Schlüsselwort, um das sich im 21. Jahrhundert vieles dreht. China ist dort ganz vorne mit dabei.

Selbstverständlich ist der chinesische unternehmerische Erfolg zu goutieren, keine Frage. Gleichwohl ist eine gesunde Skepsis vor dem vorgenannten Hintergrund angebracht.

Freuen wir uns auf viele schöne Tore und auf einen Europameistertitel für „Die Mannschaft“. Die „Saison-Patrioten“ schwingen ihre Flaggen, Schals und sonstigen Utensilien in schwarz-rot-goldener Farbe und diskutieren fröhlich weiter.

Nicht zu vergessen ist jedoch die Tatsache, dass die chinesischen Unternehmen während der EM im Hintergrund nicht untätig bleiben!  


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