Corona: „7-Punkte-Plan“ für den Herbst 2022 – Lauterbach: „Wir sind vor einem sehr schweren Herbst“

Die Gesundheitsminister der Länder verabredeten mit Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) die Strategie für den Herbst 2022. „Wir sind vor einem sehr schweren Herbst“, so Lauterbach. Man müsse leider mit einer sehr schweren Corona-Welle rechnen.

Dazu kämen Finanzierungslücken für die Gesundheitsversorgung. „Eine sehr schwere Zeit liegt vor uns. Das wichtigste, was erreicht werden kann, ist, dass man sich auf ein Miteinander einigt“, fuhr Minister Lauterbach weiter fort. „Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Ergebnis, das man nicht unterschätzen darf“, erklärt der Gesundheitsminister mit Blick auf die gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ländern und Parteien bei der zurückliegenden Gesundheitsministerkonferenz.

Der 7-Punkte-Plan ist hier auf viel Zustimmung gestoßen“, führt Lauterbach mit Blick auf seinen Vorschlag aus und sieht das Ergebnis als gute Grundlage für eine gemeinsame Strategie im Herbst. „Wir haben sehr gute Medikamente, die wir viel zu wenig einsetzen. Da muss ein Medikamentenplan dafür sorgen, dass diese besser eingesetzt werden können“, erklärt Lauterbach zu der Herbst-Strategie.

Der „7-Punkte-Plan“ umfasst für den Herbst 2022 die nachfolgenden Maßnahmen:

1. Impfungen: Am September soll es eine neue Impfkampagne geben, um die Impflücke in der Bevölkerung zu schließen und vor allem bei älteren Menschen für eine vierte Impfung zu werben.

2. Corona-Tests: In Sachen Corona-Tests macht Lauterbach offenbar eine Wende: Wollte er bisher weiterhin kostenlose Bürgertests für alle anbieten, soll nun der Zugang stark beschränkt werden. Nur noch Patienten mit Symptomen, Besucher von Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie ausgewählte Personengruppen wie Kleinkinder, Schwangere und Ukraine-Flüchtlinge sollen einen kostenlosen Test bekommen. Personen mit einem positiven Schnelltests sollen weiterhin einen kostenlosen PCR-Test erhalten.

3. Corona-Behandlung: Zurzeit würden wirkungsvolle Medikamente zu spät und zu selten eingesetzt, heißt es in dem Papier. Ein Expertenrat soll eine „Behandlungsstrategie“ entwickeln.

4. Pflegeeinrichtungen: Ein Hygienebeauftragter in Pflegeheimen soll wie in Krankenhäusern Pflicht werden. Besuche sollen möglich sein, jedoch mit Besuchs- und Hygieneregeln. Die Schutzmaßnahmen Impfen, Testen und Masken sollen „forciert“ werden.

5. Corona-Daten: Krankenhäuser sollen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Corona-Daten täglich digital zu melden, zum Beispiel Zahl der Corona-Erkrankten und Zahl der freien Betten auf den Normal- und Intensivstationen. Geschieht das nicht, soll es Sanktionen geben.

6. Schulen und Kitas: sollen offen bleiben. Kinder und Jugendliche sollen bei der Impfkampagne besonders angesprochen werden.

7. Neufassung des Infektionsschutzgesetzes: rechtzeitig vor dem 23. September 2023 soll eine Weiterentwicklung vorliegen, dazu sollen Empfehlungen des Corona Expertenrats und der Sachverständigenkommission berücksichtigt werden.

Die Bürger-Tests sind aus meiner Sicht unbedingt notwendig. Hier hat der Bundestag eine Maßgabe gemacht, dass die Länder sich zu 50 Prozent beteiligen. Ich werde hier einen Vorschlag machen, dass diese Tests nicht ausfallen. Ich verhandle deswegen auch mit Finanzminister Lindner“, erklärt Lauterbach und betont erneut: „Diese Tests sind sehr wertvoll“. „Ich muss darauf hinweisen, dass wir nicht mehr jeden Bürgertest machen, weil es hier viel Missbrauch gegeben hat. Die Qualitätskontrolle ist ausbaufähig. Wir werden hier auf jeden Fall Maßnahmen ergreifen“, so Lauterbach. Damit gesteht Bundesgesundheitsminister Lauterbach den massiven Missbrauch im Zusammenhang mit den Bürgertests ein.

Ansatzlose Tests, ohne Verdacht auf Infektionen, sollen jedoch nicht mehr finanziert werden. Diese würden zu oft zu falsch-positiven Ergebnissen führen. Die Pläne müssten aber noch finalisiert werden.


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