CSU-Skandal: Generalsekretär Stephan Mayer tritt zurück – Söder muss Konsequenzen ziehen – CDU bei Landtagswahlen gefährdet

Die Christdemokraten und Christsozialen stehen inhalts-, kontur- und konzeptlos vor den anstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein (8. Mai 2022) und Nordrhein-Westfalen (15. Mai 2022). Offenbar hat die Union den Machtverlust in Berlin und damit im Bund noch nicht verwunden. Die CSU hat offenkundig ein Problem mit der Meinungs- und Pressefreiheit.

Während der CDU-Bundesvorsitzende und CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Friedrich Merz, gegen den sicherheitspolitischen Rat des Bundeskriminalamtes mit dem Zug in die Ukraine reist, um ohne politischen Auftrag in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen, geht in München bei der CSU eine politische Bombe hoch. Nach nur knapp zwei Monaten tritt der ehemalige Innenstaatssekretär Stephan Mayer von seinem neuen Amt des Generalsekretärs der CSU zurück.

Friedrich Merz betreibt Symbolpolitik in der Ukraine und in Deutschland fliegt der Union kurz vor den für die CDU wichtigen Landtagswahlen ihre nicht verlorene Arroganz der Macht um die Ohren.

Der heutige Tag erinnert an das arrogante, selbstgefällige und machtorientierte Verhalten bzw. Gebaren ihres ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff um die Ohren, der seinerzeit gegenüber dem Chefredakteur der „BILD“, Kai Diekmann, davon sprach, dass aus Wulffs Sicht der „Rubikon“ überschritten sei.

Der genaue Zusammenhang kann hier nachgesehen werden:

Heute nun in München: Das Privatleben von Politikern ist privat. Das ist korrekt. Äußern sich jedoch Politiker freiwillig über ihre privaten Angelegenheiten, so ist es journalistisch opportun, die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. So lief es auch im Fall des CSU-Generalsekretärs Stephan Mayer.

CSU-Mayer versuchte offenbar, den Druck über die Offenlegung der Hintergründe um seinen angeblichen achtjährigen Sohn, zu dem er laut „Bunte“ nicht stehe und ebenso keinen Kindesunterhalt zahle (Alimente), zu entschärfen, indem er einem Journalisten via Handy massiv bedrängte und drohte.

Mutmaßlich hat sich Mayer an seinem prominenten CDU-Kollegen Christian Wulff erinnert, wie dieser in seiner privaten Bedrohtheit agierte. Wulff griff ebenso zum Handy.

Der aktuelle CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer soll am Telefon geäußert haben: „Ich werde Sie vernichten. Ich werde Sie ausfindig machen. Ich verfolge Sie bis ans Ende Ihres Lebens“.

Parallel soll Mayer die Unterbindung der Veröffentlichung des Beitrages beim Verlag gefordert haben. Darüber hinaus wolle der CSU-Politiker Mayer 200.000 Euro Schmerzensgeld vom Verlag. Anwälte befassen sich gegenwärtig mit der juristischen Aufarbeitung.

In seiner Rücktritterklärung vom Amt des CSU-Generalsekretärs gestand der ehemalige Stellvertreter von Bundesinnenminister Horst Seehofer, dass es das Gespräch gegeben habe. Er habe „möglicherweise eine Wortwahl verwendet, die ich rückblickend nicht für angemessen betrachten würde.”

Diese Ausrede ist auch schon seit der Zeit von Christian Wulff (CDU) bekannt. Ferner bedaure Stephan Mayer das sehr. Die Berichterstattung sei aber laut CSU-Mayer „eklatant rechtswidrig“ gewesen. Im Übrigen trete er „aus gesundheitlichen Gründen“ zurück, das sei seine „persönliche Entscheidung“.

So viel zur Rücktrittsdramaturgie, Taktik und öffentlichen Gesichtswahrung des nunmehr tatsächlich gescheiterten CSU-Generalsekretärs und nicht mehr ernst zu nehmenden CSU-Bundestagsabgeordneten aus Altötting.

Die CSU steht mit dem heutigen Tage unter Schock. Wollte doch CSU-Chef Dr. Markus Söder, der Bayerische Ministerpräsident, mit seinem Personal-Coup Stephan Mayer einen schlagkräftigen Generalsekretär, um die kommende Landtagswahl in Bayern für die CSU zu retten. Die Mehrheit für die CSU in Bayern ist zum aktuellen Zeitpunkt mehr als unklar.

Auch wenn nun zum Schutz und zur Rettung der CSU in Bayern aus der CSU-Zentrale in München behauptet wird, Mayer sei als Generalsekretär ein „Leichtmatrose“, so reflektiert die Aussage auch auf den bayerischen starken Mann aus Nürnberg Markus Söder. Söder selbst hat Mayer ins Amt gehoben, demnach hat sich Söder selbst vorhalten zu lassen, einen Generalsekretär in die CSU-Zentrale geholt zu haben, mit dem es „nicht rund läuft“.

Fakt ist: Markus Söder hat seine CSU nicht mehr im Griff, trifft falsche Personalentscheidungen und findet bundespolitisch keine Relevanz. Das ist keine gute Startposition für den Wahlkampf in eine Landtagswahl in Bayern, wo es gilt, die Mehrheit der CSU im Sinne von Franz Josef Strauß zu retten. Davon ist die Söder-CSU weit entfernt.

Die Fragen lauten jetzt:

  1. Wie angeschlagen ist der CSU-Parteivorsitzende Dr. Markus Söder?
  2. Kann Söder die CSU noch erfolgreich in den bayerischen Landtagswahlkampf führen?
  3. Gelingt es Markus Söder einen kompetenten Generalsekretär kurzfristig zu benennen?
  4. Gibt es einen vertrauenswürdigen CSU-Politiker, dem die Wähler zutrauen, die CSU zu organisieren und die Inhalte der Partei glaubwürdig zu vermitteln?
  5. Kann Stephan Mayer noch weiterhin Abgeordneter des Deutschen Bundestages bleiben?

Fakt ist, mit dem heutigen Tage ist die symbolhafte Welt der CDU und CSU geplatzt. Es ist wahr, beide Parteien verfügen nicht über ein kompetentes, vertrauens- und glaubwürdiges Personal, das die Parteien, aber auch Deutschland im Sinne ihrer Wähler und damit den Bürgern nachhaltig in eine verlässliche Zukunft führt.

Die Einschätzung des CSU-Parteivorsitzenden Markus Söder, mit Stephan Mayer einen Generalsekretär zu benennen, der „sehr medienerfahren“ sei und der CSU „nochmal richtig Schwung“ gibt, ist gehörig nach hinten losgegangen. Markus Söder scheitert an seiner wiederholten negativen Personalauswahl.

In Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen nimmt man das Tricksen, Täuschen und Tarnen der CDU und CSU wahr. Wählen dürfte man sie dort nicht.

Wann merken die Mitglieder der Unionsparteien, dass sie von völlig unfähigen, egoistischen, egomanischen und narzisstischen Persönlichkeiten in den Parteigremien geführt werden? Hoffentlich nicht erst, wenn die CDU/CSU an der Fünf-Prozent-Hürde kratzt!?


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