Dehm abgestraft – LINKE in Niedersachsen werden immer internationaler

Diether Dehm (Foto) ist wahrlich nicht zu beneiden: Die schillernde Figur der LINKEN in Niedersachsen, die graue Eminenz der Kommunisten, musste am vergangenen Samstag auf dem Aufstellungsparteitag zu Bundestagswahl eine herbe Niederlage einstecken.

Dabei hatte Dehm, der in seinem Leben vor und während der Politikkarriere auf einen „sehr flexiblen Lebenslauf“ blicken kann, eigentlich immer alles für die Partei gegeben. Der Komponist, Diplom-Heilpädagoge, Romanautor, Millionär, Tabubrecher und Ex-Geliebte von Sahra Wagenknecht (taz) galt als einer der bestvernetzten Strippenzieher in der Linkspartei. Und so war es auch Dehm, der 2008 als damaliger Landesvorsitzender maßgeblich am erstmaligen Einzug der LINKEN in den Niedersächsischen Landtag beteiligt war.

Mittlerweile kann der 71-Jährige auf 16 Jahre durchgehende Parlamentsarbeit im Deutschen Bundestag zurückblicken und wollte es noch einmal wissen: Auf dem Parteitag am Samstag in Stade kandidierte der umstrittene Tausendsassa erneut auf Platz 4, wurde aber abgestraft und letztlich knapp auf Platz 6 gewählt – ein unsicherer Listenplatz, denn die Kommunisten gewannen bei der letzten Bundestagswahl lediglich 5 Bundestagsmandate in Niedersachsen.

Dehm unterlag im Wettstreit um Platz 4 dem Kurden Mizgin Ciftci aus Osterholz-Scharmbeck. Der Verdi-Gewerkschaftssekretär konnte 51,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Er warb damit, dass er Gewerkschafter, Antifaschist, Gesamtschullehrer sei.

Dehm, der als Gefolgsmann von Sahra Wagenknechts gilt, bezeichnete seine Partei als „die Antifa, die die AfD klein machen kann, indem sie ihr die sogenannten kleinen Leute wegnimmt“. Der konfliktfreudige Niedersachse war in den 70er Jahren als Westdeutscher für die Stasi (IM „Dieter“ und IM „Willy“) tätig. Die Akte umfasst immerhin 400 Seiten. Dehm behauptet nur „abgeschöpft“ worden zu sein. Er saß schon einmal in den 90er Jahren kurzfristig für die SPD um Bundestag und trat 1998 den LINKEN bei. Der umtriebige Politiker will den Begriff „Heimat“ nicht den Rechten zu überlassen und warnte davor, Heimatgefühle „erziehungsdiktatorisch“ unterdrücken zu wollen.

An der Spitze der Landesliste steht die Kovorsitzenden der Bundestagsfraktion, Amira Mohamed Ali. Bei der Wahl kam die Tochter eines Ägypters und einer Deutschen auf 75,9 Prozent der Stimmen.

(Foto-Quelle: Von Olaf Kosinsky – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32869826)


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