Der „Handgranaten-Mörder“ ist der meistgesuchte Verbrecher Deutschlands

Foto-Quelle: BKA

Die ganze Welt fahndet mit Hochdruck nach ihm, aber er bleibt verschwunden: Norman Volker Franz (51) ist der meistgesuchte Verbrecher in Deutschland. Die Polizei hat sogar Stimmaufzeichnungen veröffentlicht, um den Mörder zu fassen. Bis jetzt allerdings ohne Erfolg.

Die kriminelle Karriere des als „intelligent und skrupellos“ geltenden Gewalttäters begann mit 21 und ist erschreckend: Franz war Mitglied einer Bande, die Banken überfiel, Zigaretten schmuggelte, mit Waffen handelte und Kontakte zu Zuhälterkreisen pflegte. Als es einen Streit mit einer anderen Bande von Zigarettenschmugglern gab, lockte Franz die drei Rivalen im Mai 1995 im Dortmunder Stadtteil Syburg in eine Seitenstraße und warf eine Handgranate durch das geöffnete Fenster. Einer der Insassen war sofort tot, ein zweiter konnte zunächst schwer verletzt fliehen, wurde jedoch von Franz und seinen Komplizen eingeholt und mehrmals in den Kopf geschossen. Der dritte Insasse konnte entkommen, obwohl Franz und seine Komplizen ihn mit einem Auto verfolgten, aus dessen Fenstern mit einer Pumpgun auf ihn schossen und ihn dabei lebensgefährlich verletzten.

Franz floh mit seiner Freundin Sandra in Richtung Portugal, kam aber nach Osnabrück zurück, wo dann die Handschellen klickten, nachdem ihn ein Passanten erkannte. Im März 1996 wurde der Zweifachmörder zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Nur zwei Monate später heiratete er seine Freundin im Gefängnis. Im März 1997 gelang ihm die Flucht aus der JVA Hagen, indem er die Gitterstäbe seiner Zelle durchsägte. Seine Frau fuhr das Fluchtfahrzeug, wie bei „Bonnie und Clyde“.

Im Anschluss an seine Flucht erschoss Franz im März 1997 und Juli 1997 bei Raubüberfällen auf Geldtransportern insgesamt drei Wachleute. Auch hier war seine Frau die Komplizin. Dann verliert sich zunächst ihre Spur. Das “Killerpärchen” wird erst im Oktober 1998 von Zielfahndern im portugiesischen Ferienort Faro gefasst. Im Appartement des Paars, die sich in Portugal als Familie „Müller“ und „Stuever“ ausgab, fanden die Polizisten einen acht Monate altes Baby: Mike, ihr auf der Flucht geborener Sohn.

Kurz vor der Auslieferung nach Deutschland gelingt Norman Franz am 28. Juli 1999 erneut die Flucht, diesmal aus dem Zentralgefängnis von Lissabon.

Im April 2000 wird Sandra Franz unter großen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess vor dem Landgericht Halle gemacht. Die Angst der Behörden ist groß, dass Noman Franz seine Frau mit Gewalt befreien will. Die damals 23jährige Frau gestand die Taten und belastete ihren Mann in Bezug auf die Morde schwer. Sie wurde zu sechs Jahren und drei Monaten Jugendhaft verurteilt. Mittlerweile hat sich Sandra von ihrem Mann scheiden lassen.

Norman Franz hingegen bleibt weiter verschwunden. Mehrere Institutionen und Behörden haben für sachdienliche Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mörders eine Belohnung von insgesamt rund 100.000 Euro ausgesetzt.

Personalien

  • Familienname: FRANZ
  • Vorname: Norman Volker
  • Alias: Stuever, Michael geb. 18.01.1970 – Müller, Carsten
  • Geburtsdatum:30.01.1970
  • Geburtsort: Arnsberg (ehemals Neheim-Hüsten)
  • Staatsangehörigkeit: deutsch
  • Geschlecht: männlich
  • Größe:177 cm
  • Sprache/Dialekt: deutsch, englisch und portugiesisch

Äußere Erscheinung

  • starke Körperbehaarung
  • hellblondes schütteres Haar (Stirnglatze), 1999: beginnende Stirnglatze
  • braune Augen

Norman Volker Franz hat sein Aussehen (wie auf den Fotos) mehrfach verändert.

Foto-Quelle: BKA
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