Deutsche sehnen sich nach dem Beamtenstatus – ein gesellschaftliches Umdenken ist vonnöten

Die Corona-Krise hinterlässt in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen ihre Spuren – so auch auf dem Arbeitsmarkt. Gerade junge Menschen orientieren sich – anders als in anderen Industrieländern üblich – an einem Sicherheitsdenken, um ihre berufliche Zukunft in sichere Bahnen zu leiten.

Dabei spielen Begriffe wie „Eigenverantwortung“, „Selbstständigkeit“ und „Unternehmertum“ eine untergeordnete Rolle. Wesentlich erscheint den Menschen eine Berufsorientierung, die eine „maximale“ Sicherheit bietet. Vor diesem Hintergrund bekommt der öffentliche Dienst und damit das Beamtentum Hochkonjunktur.

Die Selbstständigkeit befindet sich in diesem ökonomischen Gleichnis in der Rezession und das dramatisch. Die Stellen in der Industrie bewegen sich deutlich im Abwärtstrend und verstärken sich weiterhin. Deutschland sieht sich aktuell vor einem herausfordernden Strukturwandel in den Bereichen „Klimaneutralität“ und der „Digitalisierung“. Diese sektorale Transformation vollzieht sich zuvorderst in der Chemieindustrie sowie dem Fahrzeugbau (Stichwort: E-Mobilität).

In der Folge werden millionenfach Arbeitsplätze wegfallen, aber gleichzeitig neue entstehen. Eine enorme Aufgabenstellung für das Bildungssystem und speziell dem Berufsbildungssystem.

Die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das Jahr 2021/2022 verdeutlicht den auch im kommenden Jahr langjährigen Beschäftigungsboom. Dabei wird nicht verschwiegen, dass die im Kontext der großen Privatisierungsbemühungen des Jahres 2017 gesunkenen Planstellen der Beamten nunmehr wieder steigen. Besonders bei öffentlichen Dienstleistern, der Gesundheit und Erziehung erleben diese öffentlich finanzierten Sektoren einen enormen Aufschwung.

Arbeitsplätze schaffen die Unternehmen und nicht der Staat in Form des öffentlichen Dienstes. Von daher ist es überaus fraglich, ob bei diesem gesellschaftlichen Trend ein Wachstum der Zahl der Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft erwartbar ist.

Hieraus erwachsen für die neue Bundesregierung folgende Aufgabenstellungen:

  • Förderung eines „Unternehmergeistes
  • Erzeugung von Innovationsfreude und Risikobereitschaft bei jungen Menschen
  • Erzeugung einer gesellschaftlichen „Willkommenskultur“ für selbstständig Tätige
  • Veranlassung eines radikalen Bürokratieabbaus
  • Förderung der „Start-up-Szene

Eines ist heute völlig klar, das Denken in Beamtenkategorien schafft keinen Aufschwung, schafft keine prosperierende deutsche Volkswirtschaft. Der Staat lebt von den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, die ihrerseits die Beamten vergüten. Ohne eine funktionierende Privatwirtschaft lässt sich der Staat nicht finanzieren.

Das haben linksgrüne ökonomische Gutmenschen zu lernen. Das schlichte Anwerfen der Notenpresse bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist kein langfristig taugliches Instrument.

Deutschland steht vor enormen Herausforderungen. Ist eine Ampelkoalition, die sich mehrheitlich dem Beamtentum (SPD) verpflichtet fühlt, dieser Mammutaufgabe gewachsen?


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