Die Rente ist nicht sicher – Politik drückt sich vor den Rentenwahrheiten – das große Erwachen kommt nach der Bundestagswahl

Im Fokus des Bundestagswahlkampfes stehen die Themen „Klima“, „Bildung“ und „Kindertagesstätten“. Dabei handelt es sich hier im Wesentlichen um landespolitische Themen, die mit der Bundestagswahl dem Grunde nach nichts gemein haben. Das Thema „Klima“ stellt ein emotionales dar, hat aber weniger mit den realen Problemen der Menschen zu tun. „Klima“ fängt bei jedem Einzelnen an – da bedarf es keiner Freitagsreden von jungen Menschen aus wohlhabenden Elternhäusern. Diese betrifft auch das Thema „Zukunft der Deutschen Rentenversicherung“ nicht.

Die Deutsche Rentenversicherung steht vor erheblichen finanziellen Problemen. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren zusehends zuspitzen. Die politischen Parteien halten es im aktuellen Bundestagswahlkampf nicht für nötig, den Menschen „reinen Wein einzuschenken“. Das Nichtstun bei diesem Thema in den letzten 20 Jahren offenbart das maximale Scheitern der politisch Verantwortlichen. Übrigens auch der Partei „Die Linke“, die dieses Thema in den letzten Jahren aus der Opposition nicht ausreichend „bespielt“ hat.

Zu den Zahlen: Im Jahr 2020 summierten sich die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung auf 252,2 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum ergaben sich 338,3 Milliarden Euro an Ausgaben. Die sich ergebende Lücke zwischen den Einnahmen und den Ausgaben in Höhe von ca. 86 Milliarden Euro kompensierte der so genannte „Bundeszuschuss“. Diese Zahlung aus dem Bundeshaushalt erbringt der Steuerzahler.

Das Hauptproblem der Deutschen Rentenversicherung ergibt sich aus dem „Demographischen Wandel“. Dieser drückt aus, dass immer mehr Rentenempfänger ihr Rentenalter immer länger genießen. Parallel nimmt die Zahl der Beitragszahler in den kommenden Jahren stetig ab. Dies ist darin begründet, dass die geburtenstarken Jahrgänge ab 2025 in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Die aktuellen Diskussionen verlaufen in den Forderungen nach erhöhten Beitragssätzen sowie der Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Derzeitig beträgt der Beitragssatz zur Rentenversicherung 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Dieser Satz wird aktuell hälftig von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern geleistet.

Ein weiterer Aspekt der Rentenproblematik beschreibt die Abnahme der so genannten „Nachhaltigkeitsrücklage“. Diese gesetzlich vorgeschriebene Rentenreserve der gesetzlichen Rentenversicherung nimmt deutlich ab in den kommenden Jahren.

Der aktuellen Prognose folgend erschöpft sich die Rentenkasse, obwohl höhere Rentenversicherungsbeiträge von den Versicherten eingezahlt werden – eine für die Rente insgesamt fatale Entwicklung.

Vor der Bundestagswahl am 26. September 2021 traut sich derzeit kein Politiker, den Wählern die rentenpolitische Wahrheit zu sagen. Der Rentenexperte Prof. Bert Rürup stellt fest, dass das Durchschnittalter bei der kommenden Bundestagswahl bei ca. 54 Jahren liegt.

Gerade die Stimmen der Wählerinnen und Wähler im Ruhestand sind viele Parteien – besonders die Unionsparteien – deutlich angewiesen. Da wirken höhere Beitragszahlungen sowie ein erhöhtes Renteneintrittsalter kontraproduktiv.

CSU-Chef Dr. Markus Söder fordert in dieser Situation sogar eine Ausweitung der „Mütterrente“ auf alle Kinder. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet kann dem nicht folgen und trägt diese Forderung demnach auch nicht mit. will das allerdings nicht mittragen. Die Forderung des Bayerischen Ministerpräsidenten Söder würde die Finanzierung der Deutschen Rentenversicherung noch verschlimmern.

Rentenexperte Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg zeigt sich äußerst irritiert über das Nichthandeln der Politikerinnen und Politiker und das parteiübergreifend. „Wie auch immer die Kassen der Rentenversicherung in den kommenden Jahren gefüllt werden können, bleibt abzuwarten. Aber kein Politiker warnt die aktuellen und die künftigen Rentner vor den Herausforderungen für die gesetzliche Altersvorsorge. Stattdessen wird das Blaue vom Himmel versprochen“, kritisiert Prof. Raffelhüschen.


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