Distanzunterricht nach den Sommerferien – haben die Kultusbehörden wieder versagt?

In einigen Bundesländern neigen sich die Sommerferien 2021 dem Ende entgegen. Lehrkräfte und Schüler fragen sich schon jetzt, wie geht es nach den Sommerferien in der Schule weiter?

Haben die Verantwortlichen in der Kultusministerkonferenz und den Kultusbehörden der Länder aus den Erfahrungen des letzten Jahres 2020 gelernt? Wurden die Schulen auf das kommende Schuljahr pandemisch vorbereitet? Kann der Präsenzunterricht erfolgen? Drohen etwa ein neuerlicher Distanzunterricht bzw. Wechselunterricht? Kann man sich in Pandemiezeiten überhaupt für den Schulstart wappnen? Fragen über Fragen!

Politiker und zahlreiche Medien vermelden schon in diesen Tagen die „vierte Corona-Welle“. Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger äußerte jüngst in einem „n-tv-Interview“: „Wenn ich höre, dass nach wie vor bei den Bundesländern, die jetzt starten, nur ein kleiner Teil der Klassenzimmer mit Raumluftfiltern ausgestattet ist, dann beschleichen mich schon Zweifel. Und wenn auch noch nicht klar ist, wie lange die Sicherheitsphase am Schuljahresanfang dauern soll, mit Maskenpflicht und regelmäßigen Schnelltestungen, dann ist die Frage, ob die Politik wirklich alles tut, was man tun kann, um die Schulen offen zu halten.

Für das kommende Schuljahr kann Präsenzunterricht nur dann vollständig erfolgen, wenn Masken „noch einige Zeit“ getragen und zum Teil tägliche, aber mindestens wöchentliche Schnelltests durchgeführt werden. Darüber hinaus sind in den Klassenräumen technisch Raumluftfilter zu installieren.

Wahrscheinlich wird der Distanzunterricht. So ist für das beginnende Schuljahr erwartbar, dass Klassen, Lerngruppen, Jahrgangsstufen oder vollständige Schule wieder in Distanz gebracht werden. Die Beschulung gleicht sodann dem vergangenen Schuljahr.

50 Prozent der Schulen in Deutschland verfügen nach wie vor nicht über ein schnelles Internet. Das gewünschte und politisch zugesagte „schnelle Tempo“ bei der Digitalisierung blieb bisher aus. Dreh- und Angelpunkt bleiben die sich nach den Ferien ergebenden Infektionsfälle.

Inwiefern an den Schulen Corona-Impfungen stattfinden sollen, ist noch ungeklärt. Verbandschef Meidinger dazu im „n-tv-Interview“: „Niedrigschwellige Angebote auch an Schulen zu machen, mit mobilen Impfteams und natürlich auf freiwilliger Basis, ist eine gute Idee. So können wir die Impfquote unter Jugendlichen deutlich anheben. In der Altersgruppe der über 16-Jährigen sind übrigens sehr viele, die sich impfen lassen wollen. Die wissen ganz genau, dass sie damit wieder mehr Freiheiten bekommen, etwa beim Besuch von Musikveranstaltungen.

Insgesamt zeichnet sich für das kommende Schuljahr 2021/2022 ab, dass sich die Schulen nach wie vor eigenständig um die Regelungen in der Schulorganisation in Pandemiezeiten zu kümmern haben; Schulaufsicht und Bildungsverwaltungen fallen aus und lassen die Schule mit der Pandemie alleine.

Kreative Schulleitungen finden schneller Lösungen als weniger talentierte in diesem Bereich. Die Kultusministerkonferenz (KMK) mit ihrer Präsidentin Britta Ernst gibt ein ebenso schlechtes Bild ab, wie die Kultusbehörden der Länder.

Auszubaden haben diese politische Fehlleistung die Lehrerinnen und Lehrer vor Ort sowie die Schülerinnen und Schüler, zulasten deren Bildungschancen das politische Totalversagen beiträgt. Eine traurige bildungspolitische Bestandsaufnahme im Sommer 2021!


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