Ein Tabu-Thema: Das Pupsen

Kaum jemand berichtet oder spricht darüber. Jeder macht es und jeder kennt es. Dennoch ist das Thema von großem Interesse, hinter vorgehaltener Hand: Das Flatulieren (Pupsen).

Zur Entstehung: Pupse entstehen durch Luft in unserem Verdauungstrakt. Die Verdauung beginnt schon beim Kauen. Dabei verschlucken wir eine Menge Luft in Form von Sauerstoff und Stickstoff hinunter. Zusammen mit dem zerkleinerten Nahrungsbrei rutscht alles in den Magen und wird dort vom Magensaft weiter zersetzt.

Im Dünndarm werden die Nahrungsfette abgebaut. Dabei entsteht Kohlendioxid. Im Dickdarm zerlegen die Bakterien die Speisereste in ihre Einzelteile. Unverdauliche Kohlenhydrate sind das Lieblingsfutter der Bakterien. Dabei produzieren sie Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan.

Insgesamt entstehen so etwa 2,5 Liter Gase pro Tag. Ein Großteil davon gelangt über die Blutbahn in unsere Lunge und wird unbemerkt ausgeatmet. Etwa ein halber Liter Gas entweicht als Furz aus dem Darm.

Zwischen 10 und 20 Mal am Tag zu pupsen, ist normal und gilt laut Wissenschaftler:innen als gesund. Wenn es deutlich öfter vorkommt, spricht man von Blähungen. Ursachen dafür können Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein.

Das Geräusch beim Pupsen entsteht, wenn die Gase beim Entweichen den Anus zum Vibrieren bringen. Es ist abhängig von der Spannung des Schließmuskels, der Geschwindigkeit, mit der das Gas ausgestoßen wird und der Gasmenge. Ein lauter Pups deutet darauf hin, dass das Gas mit viel Druck ausgestoßen wurde, weshalb vor allem beim Stuhlgang öfter mal ein lauter Furz entweicht.

Aus einem gesunden Körper entweicht ein Großteil der Darmgase geräuschlos und unbemerkt.

Überhaupt nicht zu furzen, ist hingegen eher nachteilig. Häufig leiden Betroffene dann unter einem schmerzhaften Blähbauch, auch Meteorismus genannt. Das kann auftreten, wenn sich zu viel Luft im Bauchraum sammelt. Dabei hebt sich die Bauchdecke mehr oder weniger stark an. Manchmal drückt das Gas im Bauch sogar das Zwerchfell nach oben, sodass die Atmung erschwert wird.

Ein unschöner Nebeneffekt ist der unangenehme Geruch, der manche Fürze begleitet. Dieser entsteht, wenn die Bakterien im Dickdarm ballaststoffreiche und schwefelhaltige Nahrung zersetzen. Heraus kommt Schwefelwasserstoff, der einen üblen Geruch verursacht.

Riecht ein Pups, ist das im besten Fall ein Zeichen dafür, dass viele gesunde Ballaststoffe gegessen wurden. Diese sind sehr gesund und nähren die wichtigen Darmbakterien. Ballaststoffreiche Lebensmittel sind Vollkornprodukte, Haferflocken, Hülsenfrüchte, Quinoa und Nüsse.

Typische schwefelhaltige Lebensmittel sind Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Bohnen, Kohl und Zwiebeln. Vor allem von den tierischen Produkten sollte nicht zu viel gegessen werden.

Auch Lebensmittel mit „leeren“ Kohlenhydraten wie Zucker und Weißmehl können Pupse verursachen. Die Blähungen sind dann oft sehr übel riechend.


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