Erneute Automatensprengung – warum handelt niemand?

Übersichtsaufnahme

Erneut kam es zu einer Sprengung eines Geldautomaten. Diesmal in Dormagen (NRW). Am Freitag früh gegen 02.43 Uhr erschütterten mehrere Detonationen die Häuser im Stadtteil Horrem. Ziel der Rechtsbrecher war der Geldautomat einer VR-Bank. Polizeiangaben zufolge flüchteten die Täter mit einem schwarzen Kombi in Richtung Autobahn – allerdings ohne Beute. Die Polizei hält sich weiterhin bedeckt, die Höhe des entstandenen Sachschadens ist noch nicht genannt worden.

Allein in Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr 176 Sprengungen von Geldautomaten. Von den insgesamt 27 gefassten Tatverdächtigen konnten 19 Rechtsbrecher der niederländischen Bandenszene zugeordnet werden. Zumeist sind es junge Männer mit marokkanischen Wurzeln, die abgeschottet in den Vororten von Amsterdam und Utrecht leben. In wechselseitiger Täterbeteiligung kommen die „Profkrakers“ (niederländisch für „Knallknacker“) mit gestohlenen hochmotorisierten Autos über die offene Grenze nach Deutschland und bomben sich so durch die Republik. Und so vergeht kaum eine Nacht, in der es nicht irgendwo in Deutschland zu der Sprengung eines Geldautomaten kommt. Diese Häufigkeit ruft bereits findige Rechtsanwälte auf den Plan, die ganz öffentlich mit der Verteidigung von Automatenknackern auf ihrer Homepage werben.

Die Politik scheint diese Bombenserie nicht zu stören. Auch nicht, dass bei den starken Detonationen auch Unbeteiligte zu Schaden kommen könnten. Denn schon längst hätte Innenminister Horst Seehofer (CSU) seinen niederländischen Amtskollegen nach Berlin zitieren und nachdrücklich darauf hinweisen müssen, dass der Ermittlungsdruck auf die „Profkrakers“ in Holland nicht ausreichend ist. Das ist aber bis heute nicht geschehen. Und so werden wir auch weiterhin damit leben müssen, dass die vielgelobten offenen Grenzen auch Rechtsbrecher nach Deutschland spülen, die sich durch die Begehung von Straftaten bereichern.


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