Ex-Gesundheitsminister ließ Bundestag mit 10.000 Biontech-Dosen beliefern – für die Bevölkerung galt eine Rationierung des Impfstoffes

Die Beschaffungsprobleme rund um die Impfstoffe reißen nicht ab. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zeigte sich überrascht über einen möglichen Impfstoffmangel im ersten Quartal 2022. Dieser offenbarte sich im Zusammenhang mit einer Impfstoff-Inventur.

In diesem Kontext erscheinen die Handlungen des ehemaligen CDU-Gesundheitsministers Jens Spahn kritisch. Er hatte Rationierungen des Impfstoffs Biontech/Pfizer vorgenommen. Im November hatte der CDU-Politiker angekündigt, nur noch begrenzt Impfstoffe des Mainzer Biotech-Unternehmens an Ärzte auszuliefern. Als Gründe wurde einerseits fehlende Reserven aufgrund einer hohen Nachfrage nach Biontech und anderseits die Haltbarkeit von mehreren Million-Dosen des Moderna-Vakzins genannt.

Kritiker befürchteten schon damals, dass die Deckelung der Lieferungen die Impfkampagne verzögern konnte. Denn gerade das Vakzin von Biontech/Pfizer genieße in der Bevölkerung ein gutes Ansehen. Jens Spahn wurde schlechte Planung vorgeworfen. „Wir halten da nichts zurück. Ich kann ja keinen Impfstoff ausliefern von Biontech, der nicht da ist“, begründete Spahn seine Entscheidung im ZDF.

Pikant wirkt an der Stelle, dass der Deutsche Bundestag gerade einmal eine Woche nach Spahns Ankündigung eine Lieferung über 10.000 Dosen des Biontech-Vakzin erhielt. Den Bundestagsmitarbeitern wurde somit eine Booster-Impfung ermöglicht. Auch wenn die Lieferung bereits Monate im Voraus in Auftrag gegeben wurde, wirft der Vorgang doch ein schlechtes Licht auf das Bundesgesundheitsministerium.

Der ehemalige Bundesminister Spahn sendete ein „falsches Signal“ an die breite Bevölkerung, in der das Vakzin von Moderna ohnehin bereits ein Akzeptanzproblem besitzen würde. Viel mehr hätte man eine „starke Botschaft“ senden können, in dem man den Bundestag bewusst mit Moderna-Dosen beliefert hätte. Der Bundestag drang nicht auf den Impfstoff von Biontech, dies war allein die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums.


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