FDP-Fraktion im Bundestag stellt “Kleine Anfrage” zum Thema Schießsport

Die FDP hat mit Drucksache 19/30663 eine “Kleine Anfrage” unter der Überschrift “Förderung des Schießsports” an die Bundesregierung gerichtet. In dem Schreiben vom 11. Juni stellt die FDP-Fraktion unter den Punkten 1. – 4. zunächst Fragen zum Umfang der Sportföderung für den Schießsport.

Für viele von Nachwuchssorgen geplagte Schießsportvereine dürfte es allerding ab Frage Nr. 5 richtig interessant werden, so fern die Bundesregierung gewillt ist, diese Fragen auch zu beantworten:

  1. Wie gedenkt die Bundesregierung den Jugendschießsport zukünftig zu stärken und zu fördern?
  2. Welche Bedeutung kommt aus Sicht der Bundesregierung § 27 WaffG beider Gestaltung des Kinder- und Jugendsports im Bereich des Schießsports zu? Stimmt die Bundesregierung aufbauend auf ihren Erkenntnissen der Ansicht der Fragesteller zu, dass die Altersbegrenzung für den Einstieg in das sportliche Schießen ein Hemmnis bei der Nachwuchsgewinnung durch die Vereine ist? Falls ja, welche Maßnahmen hat die Bundesregierung unternommen, um die Vereine bei der Nachwuchsgewinnung zu unterstützen?
  3. Wie vielen Kindern ist nach Kenntnis der Bundesregierung in den vergangenen zehn Jahren eine Ausnahmegenehmigung für das frühzeitliche Training im Schießsport nach § 27 Absatz 4 WaffG erteilt worden (bitte nach Jahr und Bundesland aufschlüsseln)?
  4. Welche Auswirkungen hat(te) § 27 WaffG auf die Potenzialanalyse der olympischen Sommersportverbände 2019 für den Deutschen Schützenbund e. V. aus Sicht der Bundesregierung?
  5. Welche Auswirkungen hat § 27 WaffG auf die folgende Potenzialanalyse der olympischen Sommersportverbände 2019 und die darin zu bewertenden Attribute für den Deutschen Schützenbund aus Sicht der Bundesregierung?
  6. Welche Auswirkungen hat § 27 WaffG auf die Trainings- und Wettkampforganisation der Bundeskader des Deutschen Schützenbundes e. V. aus Sicht der Bundesregierung?

Die derzeit geltenden Altersgrenzen im Schießsport sind eine Folge des Amoklaufs von Erfurt und wurden willkürlich, ohne jegliche faktengestützte Begründung, in einem Akt von reinem Aktionismus und Anlassgesetzgebung festgelegt.

Seit fast zwanzig Jahre besteht somit in Deutschland die völlig absurde Situation, dass zwar ein Fünfjähriger vollkommen legal auf dem Rummelplatz mit Druckluftwaffen auf Tonröhrchen schießen darf, sein elfjähriger Bruder mit Interesse am Schießsport aber nicht unter Aufsicht eines für die Kinder- und Jugendarbeit qualifizierten Trainers in der geschützten Umgebung eines behördlich abgenommenen Schießstands.

Dem Schießsport gehen durch diese so wohl nur in Deutschland geltenden Altersgrenzen viele Talente verloren. Willkür des Gesetzgebers sorgt dafür, dass Kinder mit großem Interesse am Schießsport nicht bzw. nur mit hohem bürokratischen Aufwand für die Eltern und Vereine früh gefördert werden dürfen. Mögliche Champions im Schießen werden so in andere Sportarten gedrängt, um dort dann Mittelmaß zu sein.

Ob sich die Bundesregierung des Problem bewusst ist, ob ihr mal wieder “keine Erkenntnisse” vorliegen oder ob man das mit billigen Verweisen auf irgendwelche Amokläufe vom Tisch zu wischen versucht, wird sich zeigen. Die Antwort der Bundesregierung wird auf jeden Fall sehr interessant werden.

Foto: Miriam Müller auf Pixabay


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Über den Autor

Benedikt Krainz
Boomer, Sportschütze, Blogger, Hobby-Waffenlobby-Aktivist. Staatlich regelmäßig überprüft hinsichtlich Zuverlässigkeit, persönlicher Eignung und neuerdings Verfassungstreue.

1 Kommentar zu "FDP-Fraktion im Bundestag stellt “Kleine Anfrage” zum Thema Schießsport"

  1. Mit der Harmonisierung der EU ist es auch nicht weit her, wie ich als Augenzeuge weiß. Auf einem französischen Rummelplatz kann man mit verbotenen Schießübungen auf Pappkameraden einen verbotenen Gegenstand (Schlagring) gewinnen. Diesen bekommt man auch gleich noch unverpackt ausgehändigt – und das auf einer Veranstaltung!

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