Flugzeugwrack: Historische „Landshut“ wird nicht komplett restauriert

Landshut 1975

Am 13. Oktober 1977 entführten vier palästinensische Terroristen das Lufthansa-Passagierflugzeug „Landshut“, töteten den Flugkapitän und landeten nach mehreren Zwischenstopps in der somalischen Hauptstadt Mogadischu, wo die Maschine 5 Tage nach der Geiselnahme von der Anti-Terror-Einheit GSG 9 gestürmt und die Passagiere befreit wurden.

Rückkehr des Sonderflugzeuges auf dem Flughafen Köln/Bonn am 18.10.1977 mit Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski und der Einsatzgruppe GSG 9 des Bundesgrenzschutzes nach der geglückten Befreiung der Geiseln aus einem von Terroristen gekaperten Lufthansa-Flugzeug auf dem Flughafen Mogadischu (Somalia)

Es war die Hochzeit des Terrorismus`, des sogenannten „Deutsche Herbstes“: Die gewaltsuchende linksradikale Rote Armee Fraktion (RAF) mordete sich durch Deutschland. Trauriger Höhepunkt war die Entführung und Tötung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer.

Die geglückte Befreiung der Landshut-Geiseln wurde zum Synonym für den erfolgreichen Kampf gegen den Terrorismus. „Der Staat darf sich nicht erpressen lassen – schon gar nicht von Terroristen“, so die klare Botschaft der damals politisch Verantwortlichen. Nach ihrer Stürmung in Mogadischu wurde die Maschine repariert und flog bis 1985 weiter im Liniendienst der Lufthansa. Anschließend wechselte sie mehrfach den Besitzer.  

Im Frühjahr 2017 kaufte die Bundesregierung das Flugzeugwrack zum Schrottwert von etwa 20.000 EUR und überführte die “Landshut” zurück nach Deutschland. Seit dieser Zeit stehen die Reste der Maschine unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Ludwigshafen. Ehemalige Geiseln der „Landshut“ hatten sich im vergangenen Jahr allerdings dafür ausgesprochen, die Maschine nach Berlin zu verlegen.

Nun wurden Einzelheiten über die Zukunft des geschichtsträchtigen Passagierflugzeugs bekannt.  Zur „Landshut“-Restaurierung sowie der Umsetzung eines Ausstellungskonzepts hatte sich die FDP-Fraktion mit einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung gewandt, deren Antworten nun vorliegen. Darin führt die Bundesregierung aus, dass die “Landshut” ein zentrales historisches Objekt der jüngeren Zeitgeschichte sei. Entsprechend des Auftrages der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) sei beabsichtigt, die “Landshut” zum “zentralen Objekt eines Dokumentations- und Bildungszentrums zu machen, das als Lernort der historisch-politischen Bildung konzipiert ist”.

Der substantielle Erhalt im Sinne einer Konservierung der Maschine ist der Antwort zufolge Teil dieses Vorhabens. Dabei solle ihre “komplexe Objektgeschichte” ernst genommen werden. Nicht beabsichtigt sei die Rekonstruktion eines vermeintlichen “Originalzustandes” des Jahres 1977, da dies “sowohl aus geschichtsdidaktischer als auch aus restauratorischer Sicht lediglich die Simulation von Authentizität darstellen würde”.

Foto-Quellen:

Von Ken Fielding/https://www.flickr.com/photos/kenfielding, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32286739

Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F051866-0010 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5457536


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