Habeck: Atomkraftwerke länger laufen lassen! Grüne werden mit der Realität konfrontiert

Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck (Grüne) schließt nicht mehr aus, die Laufzeit der letzten drei deutschen Atomkraftwerke über das Jahr 2022 hinaus zu verlängern. Ein grüner Sinneswandel, der vor sechs Monaten noch undenkbar war. Gleichzeitig bedeutet die Haltung des Bundeswirtschaftsministers das absolute Scheitern der sogenannten „Energiewende“ der christdemokratisch geführten Bundesregierung unter Dr. Angela Merkel (CDU).

Russland ist Deutschlands wichtigster Lieferant für Erdgas, Steinkohle und Erdöl. Potenziell fallen die Lieferungen bald aus. Robert Habeck muss dafür sorgen, dass dennoch ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung zur Verfügung steht.

Robert Habeck kommt in der Realität an und legt die grüne Ideologie ab. Der russisch geführte Krieg bringt die Energie-Abhängigkeit zutage, so dass der Fortbestand der atomaren Energiegewinnung gewährleistet sein wird.

In Deutschland werden aktuell noch drei Kernkraftwerke betrieben: Emsland (RWE), Isar 2 (Eon) und Neckarwestheim 2 (EnBW). Nach den Beschlüssen zum Atomausstieg aus dem Jahr 2011 gehen diese Atomkraftwerke Ende 2022 vom Netz. Die Kraftwerke stellen rund drei Prozent des Stroms ins Deutschland her.

Darüber hinaus strebt Bundesminister Habeck den Bau zweier LNG-Terminals an. Dort soll das amerikanische „Fracking-Gas“ anlanden und die Energieversorgung in Deutschland mit sichern.

Eine Kohlereserve ist für den Bundeswirtschaftsminister zusätzlich nötig, um ausreichend Energie in Deutschland bereitzuhalten.

Parallel verändert der Ukrainekrieg auch die Haltung der Kernkraftwerksbetreiber Eon, EnBW und RWE. Bis vor kurzem hielten die Unternehmen die Rückkehr zur Atomenergie für unmöglich. Der Krieg in Europa führt auch bei den Energieversorgern zum Umdenken.

Wir bereiten uns seit Jahren sowohl technisch als auch organisatorisch auf die Stilllegung und den Rückbau unserer Kernkraftwerke vor“, äußerte ein Eon-Sprecher. „In dieser Ausnahmesituation sind wir als Eon bereit, darüber zu sprechen, unter welchen technischen, organisatorischen und regulatorischen Randbedingungen eine verlängerte Nutzung des Kernkraftwerks Isar 2 möglich wäre, sofern dies seitens der Bundesregierung ausdrücklich gewünscht ist“, führte der Eon-Sprecher weiter aus.

Deutschland verfolgt mit der Energiewende einen klaren Pfad, der im Wesentlichen mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und der Kohleverstromung sowie dem Ausbau der erneuerbaren Energien umschrieben ist. Das ist der Zielpfad, dem auch wir uns als EnBW verschrieben haben und dem wir uns verpflichtet fühlen“, sagte eine Unternehmenssprecherin von EnBW.

Politisch wollen die Grünen sich bemühen, ihren Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Habeck nicht in den Rücken zu fallen. Die Parteimitglieder kommunizieren noch verhalten. Dennoch steht der grüne Minister Habeck innerparteilich massiv unter Druck.

Habecks Kabinettskollegin Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) lehnt die Idee längerer Laufzeiten trotz der besonderen Lage ab. „Aus Sicherheitsgründen halte ich eine Laufzeitverlängerung der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland für nicht verantwortbar“, sagte die Ministerin.

Ich sehe keine überzeugenden Argumente, die für eine Verlängerung der Laufzeiten sprechen würden. Um eine Verlängerung umzusetzen, müssen langwierige und technologisch anspruchsvolle Prozesse in Gang gesetzt werden“, positioniert sich die energie- und klimapolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion Ingrid Nestle.

Ökonomen Prof. Lars Feld beurteilt die Situation anders als die Grünen. Er hält längere Laufzeiten für ratsam. „Viel spricht dafür, dass wir die Atomkraftwerke noch etwas länger brauchen, bis die Erneuerbaren stärker ausgebaut sind“, sagte Feld. Würden die letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet, stünden sie als Option für die Versorgungssicherheit nicht mehr zur Verfügung.

Die Grünen verlassen sukzessive ihre Traum- und Wunschwelt. Der Krieg in Europa konfrontiert die Grünen mit der Realität.


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