Hauptstadtpolizei: Wertschätzung nach Berliner Art

Bild von Sarah Lötscher auf Pixabay

Wenn man etwas über die Berliner Polizei lesen kann, dann leider selten etwas gutes. Damit ist jetzt nicht die Arbeit der Polizisten gemeint, sondern die offensichtlich völlig unfähige Führung.

Vor knapp einem Jahr war das Berliner “Landesantidiskriminierungsgesetz” (LADG) in den Schlagzeilen, in dem u. a. Polizeibeamten eine Beweislastumkehr aufgebrummt wurde. Nicht der angeblich Diskriminierte muss fortan beweisen, dass er diskriminiert wurde, sondern der beschuldigte Polizist muss seine Unschuld beweisen. Daraufhin drohten die Innenminister der anderen Bundesländer, in Zukunft keine Polizeikräfte mehr nach Berlin zur Unterstützung zu schicken. Erst daraufhin lenkte Innensenator Geisel von der SPD dahingehend ein, dass das “LADG” nur für Berliner Polizisten gilt.

An eine weitere Affäre, in der sich die Berliner Innensenatoren in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, erinnert ein für den am 15. April geplanter Autokorso. Mit diesem wollen die Polizisten an ihre Kollegen erinnern, die durch jahrelanges Training auf maroden, schadstoffbelasteten Berliner Behördenschießständen schwere Gesundheitsschäden erlitten haben sollen. Die “Berliner Zeitung” schreibt:

Mit einem Autokorso wollen Berliner Polizisten am 15. April auf die sogenannte Schießstandaffäre aufmerksam machen. Die Demonstration (11 bis 14 Uhr) soll zum Sitz von Innensenator Andreas Geisel (SPD) in der Klosterstraße führen, wie aus den polizeilichen Demonstrations-Anmeldungen hervorgeht.  (…)
Schwarze Fahrzeuge mit nachgebildeten Särgen auf den Dächern sollen an die Kollegen erinnern, die starben, nachdem sie jahrelang in den Schießständen Schadstoffe eingeatmet haben sollen.

https://www.berliner-zeitung.de/news/polizeibericht-berlin/demo-polizisten-protest-autokorso-macht-auf-schiessstandaffaere-aufmerksam-li.151433

Da könnte man eine Meldung aus dem Jahr 2015 fast als Fürsorge des Dienstherrn fehlinterpretieren, wonach Berliner Polizeibeamte pro Jahr jeweils nur zwei(!) Minuten Schießtraining absolvieren konnten. Und derart “intensiv” trainierte Polizisten sollen dann auch noch, wenn es nach ebenfalls in Berlin beheimateten Expert:innen geht, im Fall des Falles einen sich schnell bewegenden Messerstecher oder Axtschwinger mit sorgsam gezielten Präzisionsschüssen “angriffsunfähig” schießen.

Vielleicht ist es einfach keine gute Idee, wenn Typ:innen, die früher zum 1. Mai Mollis und Pflastersteine Richtung Polizei warfen oder dies zumindest nicht unbedingt ablehnten, ein paar Jahre später den derart “wertgeschätzten” Polizisten vorstehen. Wertschätzung erfahren haben vermutlich nur die zwei Personenschützer, die vor einigen Jahren den damaligen Innensenator Körting vor der “näheren Bekanntschaft” mit einigen Friedrichshainer Autonomen bewahrten. Dem Rest tritt der Dienstherr, wo es nur geht, in den Hintern.


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Über den Autor

Benedikt Krainz
Boomer, Sportschütze, Blogger, Hobby-Waffenlobby-Aktivist. Staatlich regelmäßig überprüft hinsichtlich Zuverlässigkeit, persönlicher Eignung und neuerdings Verfassungstreue.

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