Heikles Thema: türkische Fußballvereine – politische Linke hat sich disqualifiziert

Jetzt wird es politisch schwierig! Warum? Weil die gegenwärtige politische Situation in Deutschland von uns allen Differenzierung, Sachlichkeit und einen unverstellten Blick auf die gesellschaftlich vorherrschenden komplexen Rahmenbedingungen unbedingt erfordert. Besonders fällt im Wahljahr 2021 diesen Kriterien in vielen Politikfeldern eine hohe Bedeutung zu. Ein zentrales, jedoch in Wahljahren häufig medial und politisch unterrepräsentiertes Thema stellt die Multikulturalität, die plurale Gesellschaft, die bunte Republik bzw. die multikulturelle Gesellschaft dar. Ein heikles Thema, das jedoch auf den politischen Tisch gehört.

Das politisch sozialdemokratisch-links-grüne Parteienspektrum sieht sich faktisch und praktisch außerstande, die vorgenannten Kriterien in Diskussionen, Debatten und sonstigen politischen Auseinandersetzungen zu akzeptieren. Für die politische Linke gilt: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns! Wer nicht für uns ist, der hat eine grundlegend falsche Haltung, Gesinnung und politische Einstellung.

Solche Menschen werden aus deren links-ideologischer Perspektive per se mit Begriffen wie „rechtspopulistisch“, „rechts“ und in der Spitze „Nazi“ etikettiert. Politisch-linke Vertreter agieren unisono empört, emotional und verbal aggressiv. Ergo: Das Gegenteil von dem, was in der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Deutschland geboten ist.

Wer sich politisch so geriert, der hat die Demokratie nicht verstanden, ist folglich unfähig zum demokratischen Diskurs und schlicht nicht in der Lage, ausgewogene, objektiv begründete und realitätsnahe politische Entscheidungen zu treffen. Die so argumentierende politische Linke hat sich im Ergebnis demokratisch disqualifiziert. Sie ist für eine in diesem Thema besonders demokratische Kontroverse ungeeignet.

Von grünen Spitzenpolitikern kann im „Tagesspiegel“ nachgelesen werden: „[…] ohne Multikulturalität ist in modernen Gesellschaften Freiheit nicht buchstabierbar. […] Sie steht für eine unbestreitbare Realität und zugleich für ein starkes Freiheitsideal, das unterschiedliche Lebensweisen achtet. […] Dabei ist Toleranz eine Haltung der Bürgerinnen und Bürger zueinander: Sie sind zugleich Tolerierende und Tolerierte, und zwar als dem Recht zugleich Unterworfene und es Setzende. […] Der Verweis auf Demokratie und Rechtsstaat ist dabei nicht formal zu verstehen, sondern als leidenschaftliche Anknüpfung an die gemeinsame Verfassung“.

Die Grünen definieren bewusst nicht, wer mit Bürgerinnen und Bürger gemeint ist und wer sich dem Recht unterwirft und wer Recht setzt. Aus diesen verschrobenen grünen Formulierungen lässt sich nicht das Gebot ableiten, dass sich jeder an die in Deutschland demokratisch geltenden Spielregeln zu halten hat. Unsere Verfassung bildet das höchste Recht, das für jedermann gilt. Dieses politisch-linke Versäumnis wirkt in der Integrationsdebatte sowie in der vorherrschenden Bewertung der multikulturellen Gesellschaft nach. Die politisch sozialdemokratisch-links-grünen Parteien und in Teilen auch die CDU scheiterten bis dato an dieser gesellschaftspolitischen Aufgabe in vollem Umfang.

Beispielhaft und plausibel lässt sich diese Situation in den zahlreich in Deutschland vorhandenen und gelebten so genannten türkischen Kulturvereinen und in türkischen Fußballvereinen beobachten. In den Kulturvereinen haben sich – wie der „Spiegel“ es beschreibt – „Rückzugsorte vor der Germanisierung und ein bisschen Heimat in der Fremde gebildet“. Es sind Lebensräume entstanden, in denen Frauen ausgeschlossen werden, genauso wie Deutsche. Damit fixieren sie sich auf ihre Heimat und halten eine „ethnisch-ausgerichtete Infrastruktur“ bestehend aus nur ihrem Kulturkreis angehörigen Ansprechpartner in allen Lebenslagen vor, z. B. Ärzte.

Integration funktioniert nur, wenn keine Seite sich von der anderen abschottet. Genau das passiert jedoch in den Kulturvereinen. Der „Spiegel“ zitiert einen Vereinsvorsitzenden mit den Worten: „Bei uns darf jeder rein, natürlich auch Frauen und Ausländer“. Mit Ausländern meint er explizit Deutsche.

Segregation statt Integration nennen Migrationsforscher ein solches Verhalten. Diese Entwicklung konnte sich vor den Augen der vorgenannten in diesem Politikfeld jahrzehntelang untätigen politischen Parteien und insgeheim auf eine sich von selbst organisierende Integration hoffend vollziehen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stellt in seinem Integrationskonzept fest: „[…] Basis unserer offenen und demokratischen Gesellschaft sind ein respektvolles Miteinander, Interesse und auch streitbarer Dialog. Der Fußballverein bietet hierfür die ideale Begegnungsstätte. Von sozialen und ethnischen Konflikten, die auch auf dem Fußballplatz ausgetragen werden, bis hin zu Fragen der Vereinbarkeit von Fußball und religiösen Geboten – das alles sind aktuelle Herausforderungen im Fußball […]“. Sollten diese „aktuellen Herausforderungen“ nicht bereits Geschichte sein?

In diesem Zusammenhang offenbart sich eine weitere integrationsspezifische Fragestellung: Warum existieren in Deutschland so viele rein türkisch geprägte Fußball-Klubs bzw. Fußballvereine? Die Forschung liefert als mögliche Gründe: Man will im kulturellen Freundeskreis organisiert Fußball spielen, sich um den sportlichen Nachwuchs kümmern, man fühlt sich in anderen Vereinen nicht so willkommen, man stößt bei der Mitbestimmung sowohl auf dem Platz als auch im Ehrenamt oft auf verschlossene Türen.

Viele Vereine werden negativ wahrgenommen, weil sie die integrativen Fähigkeiten des Sports zu unterlaufen scheinen. Es sind in der Folge salonfähige Parallelwelten entstanden, in denen sich die überwiegend jungen Menschen zurückziehen und abschotten. Hier hätte der DFB längst tätig werden müssen. 

Es lässt sich wissenschaftlich fundiert in diesen Sportvereinen nachweisen, dass diese ganz oft mit Konflikten auf und neben dem Fußballfeld in Verbindung gebracht werden. Dort gilt das Motto: „Die Provokation gehört bei türkischen Mannschaften zum Fußball wie die Viererkette“. Begründet wird dieses Verhalten damit, dass sich türkeistämmige Jugendliche in der Gesellschaft benachteiligt fühlen. Sie gehören häufig nicht zu den Gewinnern im Schulsystem oder müssen viele Frust-Erlebnisse am Ausbildungsplatz oder in der Freizeit verarbeiten. Auf dem Fußballplatz können diese Gründe möglicherweise stellvertretend kompensieren werden.

Will man politisch weiterhin nicht die Augen verschließen, dann muss schnellstmöglich gehandelt werden! Der DFB ist mit seinem Integrationskonzept einen entscheidenden Schritt auf das vorherrschende Problem zugegangen. Insgesamt muss die bestehende Ausgangslage jedoch objektiv analysiert werden. Dazu gehört etwa, dass selbsternannte Islam-Rechtsgelehrte jungen Menschen vorschreiben, wie sie richtig gemäß der Lebensweise ihrer Religion handeln. So entstehen familiäre und ideologische Milieus, in denen Kindern und Jugendlichen keine Chancen ermöglicht werden, religiös und familiär ungestraft eigene Wege zu gehen. Diese für die Betroffenen schwierige Lebenssituation führt zur Abschottung gegenüber Gleichaltrigen. Besonders betroffen sind hier die Mädchen und jungen Frauen – und nicht nur in der Pubertät.

Politisch hat unsere Gesellschaft dafür akut zu sorgen, diese Parallelwelt für die jungen Menschen zu wandeln. Der religiös und familiär geschaffene Abstand zu den deutschen Gleichaltrigen darf nicht länger bestehen. Sie müssen bestimmte Denkformen und Kenntnisse erwerben, damit sie Teil der Gesamtgesellschaft werden. Dies kann gelingen, wenn mit den betroffenen jungen Menschen mit Migrationshintergrund professionell kognitive und verhaltensmäßige Veränderungen durchgeführt werden. Den Sportvereinen – und damit auch den Fußballvereinen – kommt hier eine besondere Rolle zu, der sie erfahrungsgemäß gewachsen sind.

Nachbarschaften, Freundschaften, Ehen, Partnerschaften und Sportgemeinschaften können sich so etablieren. In der Folge ist es für diese Menschen möglich, sich als Teil Deutschlands zu fühlen und sich mit diesem Land zu identifizieren.

Der Eindruck der Bürgerinnen und Bürger, dass die veröffentlichte Meinung zu diesem Thema nicht mit der öffentlichen Meinung übereinstimmt ist definitiv und rasch abzustellen. Es muss Schluss damit sein, dass permanent eine sozialdemokratisch-links-grüne Wohlfühlgesellschaft skizziert wird, die so gar nichts mit den realen Verhältnissen in Deutschland gemein hat. Nur so kann weiterer politischer Schaden abgewendet werden. Dieser Artikel soll hierzu einen konstruktiven Beitrag leisten.


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