Hurra – Afrika hat bald zwei Milliarden Menschen!

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Im Beitrag Die Demografie-Lüge schwärmt die sozialistische Tageszeitung „taz“ von der „blühenden Zukunft des afrikanischen Kontinents“. Die taz träumt von boomenden Volkswirtschaften und Milliarden junger, innovativer Afrikaner, die China als Weltmacht ablösen.

Der taz-Beitrag ist zwar schon zwei Jahre alt, zeigt aber dramatisch, wie fern jeglicher Realität Deutschlands linker Mainstream über die tickende Zeitbombe in Schwarzafrika denkt.

Sieben Kinder pro Frau – ja, wie toll!

Dass Frauen im Niger sieben Kinder bekommen, ist für Dominic Johnson, Afrika-Redakteur bei der taz, kein Grund zur Besorgnis. Seien Kinder doch „eine Bereicherung, eine Zukunftsinvestition und Voraussetzung für Wohlstand.“ Hätte sich Johnson vom überbordenden Massenwohlstand Nigers vor Ort überzeugt – uns wären seine Ergüsse wahrscheinlich erspart geblieben.

Niger: Bevölkerung versiebenfacht

Wie von Johnson ersehnt, hat sich die Bevölkerung Nigers seit seiner Unabhängigkeit 1960 tatsächlich versiebenfacht (!) – von 3,2 auf jetzt über 23 Millionen. Die Produktivität allerdings ist auf dem Stand von 1960 stehengeblieben.

Will heißen: siebenmal so viele Menschen (und ebenso viele Rinder) müssen jetzt vom kargen Steppenboden leben – der das nicht verkraftet und sich langsam in Wüste verwandelt (was die taz freilich dem bösen Klimawandels zuschreibt).

Denn Industrie gibt es im Niger nicht. Auch wenn die taz begeistert vom „jungen Afrika der Smartphones und Solarzellen“ jubelt. Tatsächlich gibt es solche in Afrika. Nur werden sie überall hergestellt – außer in Afrika. Von dort kommt nicht einmal der Verpackungskarton.

Afrikaner forschen und gründen nicht

Wie seit der Erfindung des Sozialismus üblich, hinkt er der Realität auch in Afrika meilenweit hinterher. Da hat der Niger seit 1960 um gut 20 Millionen „junger innovativer“ Bürger dazugewonnen, und doch hat sich seitdem (wie leider in ganz Afrika) kein Farmer gefunden, der seine Felder maschinell bewässern (und dadurch seine Erträge ver20fachen) würde. In 50 Jahren keine einzige Erfindung, von einem Patent ganz zu schweigen. Kein Staudamm, keine Traktorfabrik. Kein Schlachthof, der Rinder verarbeitet. Ja, nicht einem ein paar Nerds, die Software programmieren und weltweit verkaufen. Nichts. Einfach nur Steppe und Staub. Und Millionen hungriger Rinder.

Die Wahrheit ist bitter. Sieben Kinder pro Afrikanerin heißt heute: sieben Menschen, die der Westen zusätzlich erhalten muss. Denn selber können sie es nicht.

Kein Platz für Kapitalismus

Leider sind Afrikaner keine Chinesen. Die Ostasiaten sind ein ganz anderer Menschenschlag: materialistisch, kapitalistisch und technikaffin. Alles, was Naturvölker wie Afrikaner (Indios oder Indianer) eben nicht sind.

So gründen Asiaten aus eigenem Antrieb Fabriken, um der ex-sozialistischen Armut zu entkommen. Vietnamesische Kleinstbauern haben ihr Land mit Kaffeestauben zugepflanzt und Röstereien und Kaffeehausketten aus dem Boden gestampft – ganz ohne westliche Hilfe. Sie schweißen in staubigen Hinterhöfen Fahrrad-Rahmen zusammen, gießen Betonteile oder kleben FFP2-Masken mit bloßen Händen zusammen – 14 Stunden am Tag. Transport nach Europa und der Vertrieb? Gar kein Problem – machen wir selbst!

Wachstum als Fake News?

Afrikaner kommen auf solche Ideen des Geldverdienens erst gar nicht. Denn es sind Naturvölker. Ihre innere Stimme rät nicht zur Konstruktion einer Maschine, um Güter zu produzieren und reich zu werden – sondern zur Produktion von mindestens sieben Kindern, um die Rinder zu hüten. Und um jene fünf Kinder zu ersetzen, die von Krankheiten hinweggerafft werden. Zumindest war dies so, bevor die Bill Gates dieser Welt ihre Impfkampagnen starteten.

Am Ende des Abends steigt Afrikas Wirtschaftskraft nicht (wie von der taz herbei-gedichtet) – sondern sie sinkt. Produzierte Afrika 1960 noch 2,19% des Welt-BIPs, waren es 2018 (laut Weltbank) nur noch 1,98%. Und das bei einer sechsmal so großen Bevölkerung.

Die Gefahr, dass Afrika in naher Zukunft China (Europa und die USA) als Wirtschafts-Weltsupermacht ablösen wird, scheint also überschaubar zu bleiben. Größer ist wohl die Gefahr, dass jene Ideologie, die für solche „Analysen“ (und für die Armut in Asien bis in die 1990iger) verantwortlich zeichnete, wieder an die Macht kommen könnte.

Ein Gastbeitrag von Steven Garcia. Der Berliner ist Romanautor und hat kürzlich das Buch “Orwell 2024” veröffentlicht. Bitte beachten Sie hierzu die Werbeanzeige auf unseren Internetseiten.


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