Impfen oder nicht impfen? Was hat das mit dem “Great Reset” zu tun?

Sachsen prescht vor. Als erstes Bundesland nutzt der Freistaat gegen die rasant steigenden Corona-Zahlen umfassend “2G“. Nur Geimpfte und Genesene dürfen in Restaurants, Kneipen oder Diskotheken. Ein negativer Antigentest nützt nichts.

Darüber beschweren sich unter anderem die Gastwirte. Sachsen folgen demnächst weitere Länder; Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern. Millionen Menschen in Deutschland müssen sich darauf einstellen, bald nur noch mit dem Impfpass Gastronomie und Veranstaltungen nutzen zu können.

Experten fragen schon jetzt: Ist die Regel am Ende sogar schädlich?

Aus medizinischer Sicht ist die “2G-Option” grundsätzlich nachvollziehbar“, äußerte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen. Aber sie sei schwer umsetzbar. “Außerdem werden durch eine verpflichtende Einführung vor allem verfassungsrechtliche und gesellschaftspolitische Fragen aufgeworfen, die nicht von Medizinern beantwortet werden können.” AfD-Vorsitzender Tino Chrupalla wählt drastische Worte. “Katastrophal sei der Schwenk zu “2G”, er werde zur sozialen Spaltung führen“, ärgert sich Chrupalla.

Selbst am medizinischen Sinn haben einige Experten Zweifel. “2G” gebe eine “Scheinsicherheit“, kritisierte Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit. Auch Geimpfte könnten sich infizieren und das Virus übertragen. Wirkliche Sicherheit gäben nur Tests bei allen, ob geimpft, ungeimpft oder genesen. Er nannte das “1G“.

Virologe Prof. Hendrik Streeck wandte ein: “Wenn Ungeimpfte ausgeschlossen würden, ließen sie sich womöglich noch weniger testen und feierten ungetestet zuhause.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow geht ebenfalls auf Distanz zu “2G“. Sein Argument: Wer soll das alles kontrollieren? Und was nützen Regeln, die niemand überwacht?

Spürbar ist in der Politik aber auch ein Unbehagen, Ungeimpfte unter Druck zu setzen. Die Debatte wurde schon zu Beginn der Impfkampagne geführt und nie wirklich aufgelöst. “Keine Sonderbehandlung für Geimpfte! Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften kommt einer Impfpflicht gleich”, warnte damals Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Gegenspieler war damals Außenminister Heiko Maas (SPD). Er forderte, Geimpften früher als anderen wieder den Besuch in Restaurants oder Kinos zu erlauben. Die Debatte war voreilig, weil Impfstoff noch knapp war.

Aber das Dilemma bleibt: Darf man Menschen benachteiligen, die sich gegen das Impfen entscheiden? Treibt das den Keil noch tiefer zwischen der Mehrheit der Geimpften und der Minderheit der Skeptiker?

Wie auch immer man zu “2G” steht, eine Begleiterscheinung der Debatte ist bereits zu beobachten: Die Impfzahlen gehen hoch – selbst in Sachsen, das bisher die niedrigsten Impfquote Deutschlands vorweist.

Auch in Baden-Württemberg steigt die Nachfrage, in Berlin, Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern.

Die überall wieder extrem steigenden Corona-Fallzahlen tragen sicher dazu bei, aber auch “2G” erhöht den Druck. In einzelnen Rückmeldungen wird die zunehmende Anwendung von “2G” als Grund für die Impfentscheidung angeführt.

Wo bleibt die Diskussion um die Grundrechte und damit die Frage der persönlichen Entscheidung? Wie war das noch gleich mit dem “Great Reset” des Weltwirtschaftsforums in Davos unter seinem Gründer Prof. Klaus Schwab?


Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt BLAULICHTBLOG mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf
DE60 2905 0101 0082 9837 19 (BIC: SBREDE22XXX), Empfänger: BREPRESS UG,
Verw.-Zweck: Spende Blaulichtblog. Vielen Dank!