Killerkommando auf Motorrad: Polizei findet vermeintliche Mordwaffe

Die albanische Killerkommando kam auf einem Motorrad und feuerte kaltblütig zwölf Schüsse auf sein Opfer: Im Januar 2017 wurde ein albanischer Familienvater auf einem Fußweg vor einer Grundschule im Landkreis Verden/Niedersachsen vom Sozius einer Motorradbesatzung durch mehrere Projektile zunächst lebensgefährlich verletzt. Er verstarb vier Tage später in einem Krankenhaus. Von den ein Dutzend Schüssen schlugen zwei Projektile im Fensterrahmen eines Lehrerzimmers der direkt gegenüberliegenden Grundschule ein. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt.

Die Polizei gründete die Sonderkommission „Motorrad“. Im Rahmen europaweiter Ermittlungen, die bis in die Niederlande und nach Albanien geführt wurden, rückte ein damals 23-jähriger Mann aus dem Raum Hannover schnell in den Focus der Beamten. Er wurde im April an seinem Wohnort vorläufig festgenommen. Der junge Mann räumte gegenüber der Polizei ein, das Motorrad bei der Tat gefahren zu haben. Außerdem belastete er einen Verwandten als mutmaßlichen Todesschützen.

Das Landgericht Verden verurteilte den Fahrer des Motorrades im März 2018 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. „Das war eine brutale, kaltblütige, abgrundtief tückische, öffentliche Hinrichtung“, so die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Der vom Fahrer belastete, mutmaßliche Mittäter wurde vom Tatvorwurf freigesprochen.

Anlass für den Mord war nach Auffassung der Staatsanwaltschaft „Blutrache“: Der Getötete soll 2011 den Cousin des Motorradfahrers vor einer Diskothek in Tirana/Albanien umgebracht haben. Dafür war er in seiner Heimat zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die er zum Großteil absaß, danach aber aus Furcht vor Blutrache mit seiner Familie nach Deutschland floh, wo er 2017 hingerichtet wurde.

Da die Ermittler aber von insgesamt drei Tatbeteiligten ausgehen, darunter der unbekannte Schütze, ist der Fall noch immer nicht abgeschlossen.

Nun vermelden Polizei und Staatsanwaltschaft einen kleinen Ermittlungserfolg in dem Verfahren: An einer Straßenböschung in der Nähe des damaligen Ablageortes des Tatmotorrades fand eine technische Einheit der Polizei Hannover eine in der Erde vergrabene Waffe. Vermutlich handelt es sich dabei um die Tatwaffe des Mörders. Die kriminaltechnischen Untersuchungen dauern noch an.  

Suchmaßnahmen der SoKo Motorrad
Suchmaßnahmen der SoKo Motorrad
Erfolg bei der Suche nach Beweismitteln
Erfolg bei der Suche nach Beweismitteln

Klar ist: Blutrache ist mit unserem Wertesystem nicht kompatibel. Das vorsintflutliche Weltbild der albanischen Killer steht einem geordneten Rechtssystem unserer Mehrheitsgesellschaft entgegen. Blutrache ist aber in Albanien ein weit verbreitetes Mittel zur Konfliktbewältigung. Der „Kanun“, ein mündlich überliefertes altes Gewohnheitsrecht, legitimiert die Blutrache. Sollte Albanien tatsächlich nach Abschluss der laufenden Beitrittsverhandlungen in die Europäischen Union aufgenommen werden, so wird es durch die Personenfreizügigkeit ganz sicher zu weiteren derartigen Konflikten in Deutschland kommen.   

Foto-Quelle: PI Rotenburg


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