Kriegseinsätze deutscher Soldaten nehmen ständig zu – Veteranen werden im Stich gelassen

Mit Beginn der Kriegseinsätze der Bundeswehr im Jahr 2001 sind in Deutschland fast 400.000 Soldaten und Soldatinnen im Kriegseinsatz gewesen.

Tausende von ihnen leiden seit ihrem Einsatz an Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Diese können verschiedenste Ausmaße annehmen, wie zum Beispiel Geräusche, Gerüche oder einfach nur die Sprache fremder Menschen, die zu Panikattacken, Schweißausbrüchen und sogar körperlichen Schmerzen führen. Für viele dieser Menschen ist ein normales Leben nicht mehr möglich. Nicht selten endet der Weg in Isolation, Alkohol oder Drogen. Das hat dann den völligen Verfall zur Folge. Leider beenden auch einige Soldaten selbst ihr Leben, weil sie das Erlebte nicht verarbeiten können.

Bei verletzten Soldaten ist die Heilversorgung oft nicht so gut wie in den Medien gerne behauptet wird. Die Betroffenen können häufig weder ihren Beruf als Soldat noch einen anderen Beruf ausüben. Die Folge ist der sozialer Abstieg.

In Bundeswehrkrankenhäusern (BWK) und Therapieeinrichtungen gibt es lange Warteschlangen für betroffene Soldaten. Und einmal im BWK aufgenommen, ist die Versorgung durch psychiatrische Therapie oftmals nur einmal in der Woche möglich. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein und hilft den Soldaten in den wenigsten Fällen. Und für die Familien der Gefallenen ist es oft schwierig, ihre Forderungen gegen den Staat (Bundeswehr) geltend zu machen.

Ehrenamtliche Helfer aus Soldatengruppen, Verbänden und Organisationen bemühen sich nach Kräften, diesen Menschen zu helfen. Was die Angelegenheit nicht einfach macht ist, dass viele Unterstützer nicht über den beruflichen Hintergrund und die notwendige Ausbildung verfügen, um diese Arbeit zu leisten. Sie kommen damit schnell an ihre Grenzen.

Die Bundesregierung schickt unsere Soldaten und Soldatinnen in alle Welt, ist aber nicht in der Lage, den Einsatzkräften die Hilfe zu gewähren, die nötig ist, um den Veteranen langfristig zu helfen. Für Therapien werden einfach zu wenige Mittel aufgewendet, um den traumatisierten Soldaten zu helfen. In jedem Krieg waren die Soldaten immer der günstigste Posten in der Berechnung. Wichtiger sind die Ausgaben für Waffen, Schiffe und Flugzeuge. Aber was kann wichtiger sein als der Mensch? Wir dürfen nicht – wie den letzten 120 Jahren – die Soldaten als „Kanonenfütter“ verheizen, sondern müssen dafür sorgen, dass jedem Soldaten Ausrüstung und Nachsorge gewährt werden.

Anzuführen ist weiter, dass Soldaten, die in den Einsatz geschickt werden, nicht den maximalen Schutz durch ihre persönliche Ausrüstung erhalten. Der Markt für Schutzausrüstung verzeichnet auch deshalb einen rasanten Anstieg, weil sich Einsatzsoldaten zur eigenen Sicherheit mit der notwendigen Ausrüstung privat ausstatten. Allein dafür muss sich unsere Bundesregierung schämen!

Das Ansehen von „Veteranen“ in Deutschland ist so gut wie auf dem Nullpunkt. Kaum ein Land auf der Welt geht so ignorant mit seinen Veteranen um. Zum Beispiel werden in Frankreich, den USA, Kanada und vielen anderen Länder der Welt Veteranengedenktage abgehalten, riesige Paraden finden statt und das Ansehen der ehemaligen Soldaten in der Bevölkerung ist sehr hoch.

In den USA bekommen Veteranen in Restaurants und Cafés Ihr Heißgetränk kostenlos, es werden unentgeltliche Parkplätze für Veteranen eingerichtet. Das sind nur zwei keine Beispiele, mit denen man den Männern und Frauen, die ihr Leben für ihr Land riskiert haben, verdeutlichen kann, wie dankbar man ihnen ist. Das hat nichts mit Heldenverehrung zu tun, sondern ist einfach Anerkennung. Und bei Veranstaltungen für Veteranen ist es weltweit (mit Ausnahme Deutschlands) selbstverständlich, dass dort auch Vertreter der Streitkräfte und der Politik vertreten sind.

In Deutschland müssen Soldaten und Veteranengruppen solche Veranstaltungen selber organisieren und abhalten. Und nicht ein Politiker fühlt sich verantwortlich, an einer dieser Veranstaltung teilzunehmen. Aus dem Ministerium für Verteidigung heißt es dazu, die deutschen Politiker gedenken der Toten der Kriege am Volkstrauertag. Dieser ist eingeführt worden, um den Toten des ersten und zweiten Weltkriegs zu gedenken. Wobei es von den Teilnehmern kaum noch lebende Veteranen gibt.

Wir müssen unseren Soldaten – aber auch Polizisten und Rettungskräfte – einfach mehr Respekt und Anerkennung zukommenlassen. Denn diese Menschen riskieren für uns alle ihr Leben. Und das kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Das sind wir ihnen einfach schuldig.


Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt BLAULICHTBLOG mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf
DE60 2905 0101 0082 9837 19 (BIC: SBREDE22XXX), Empfänger: BREPRESS UG,
Verw.-Zweck: Spende Blaulichtblog. Vielen Dank!

Kommentar hinterlassen zu "Kriegseinsätze deutscher Soldaten nehmen ständig zu – Veteranen werden im Stich gelassen"

Hinterlasse einen Kommentar