Lesenswerte Kinderbücher von Enid Blyton

Hanni und Nanni schmieden neue Pläne, 1976

Die „Kulturrevolution“ der 68er hat nicht nur in Gestalt der Grünen eine zerstörerische Schneise der Verwüstung durch die Bundesrepublik gezogen. Auch im Bereich der Kultur spielen sich Säuberungen ab, die an ganz dunkle Zeiten in Deutschland erinnern. Ein krasses Beispiel ist die beliebte englische Kinderbuchautorin Enid Blyton: Sie verfasste insgesamt 753 Bücher, die in 40 Sprachen übersetzt und von denen mehr als 600 Mio. Exemplare gedruckt wurden. Zahllose Kinofilme für Kinder wurden nach ihren Vorlagen gedreht. In Deutschland sind drei Straßen nach ihr benannt. Ihre Bücher erschienen als eine Art Serie. Die bekanntesten waren „Die Abenteuer“-Serie, die „Fünf Freunde“-Reihe, „Geheimnis um …“, „Die Schwarze Sieben“, „Rätsel um …“, die „Dolly“- und schließlich die „Hanni und Nanni“-Reihe. Blyton starb am 28. November 1968. Posthum begannen Weltverbesserer an ihr herumzunörgeln. Ein beliebter Vorwurf – auch anderswo pauschal gern vorgebracht – lautete auf Sexismus und Rassismus. Zudem würde die traditionelle Geschlechterrolle von ihr betrieben. Totschlagargumente, die im alternativen Kinderladen sofortige Konsequenzen nach sich ziehen. Da Blyton-Bücher sich trotz gehässigen Zuredens weiter großer Beliebtheit erfreuen und einfach nicht aus den Bücherregalen verschwinden wollen, ging man neuerdings dazu über, die Blyton-Bücher umzuschreiben und die von den linguistischen Ordnungshütern beanstandeten Formulierungen „auszumerzen.“ Seit dem sind Ohrfeigen tabu und aus “Dick” wird “Rick”. Und in der beliebten “Fünf Freunde”-Reihe teilen sich jetzt Mädchen und Jungen die Hausarbeit, damit ja keine sexistische Abwertung unterstellt werden kann.

Mittlerweile dämmert es den britischen und französischen Verlagen allerdings, dass man mit politisch korrekt „umgeschriebener“ Literatur deutlich weniger Umsätze generiert. Es bleibt daher zu hoffen, dass das Gewinnstreben der Verlage demnächst zu einem Umdenken führen wird.

Wer hierzulande die Werke Blytons in der “politisch unkorrekten” Übersetzung lesen oder an seine Kinder weitergeben möchte, sollte darauf achten, eine Ausgabe in der Auflage vor 2005 zu erwerben.


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