Mangel an „Deutscher Identität“ Ursache für EM-Aus – Jögi Löw ist herzlich zu danken

Viele Stimmen kritisieren in diesen Stunden Joachim („Jogi“) Löw. Gerade die öffentlich-rechtliche ARD-Sportschau hat sich überaus despektierlich und unmenschlich verhalten. Die blonde Jessy Wellmer aus Berlin-Charlottenburg führte 20 Minuten nach dem Spiel den Rekordtrainer Löw vor einem Millionenpublikum in unanständiger Weise vor.

Eine typisch deutsche Haltung, die sich hier zeigt: Nörgeln und kritisieren, dabei selbst nichts auf „die Kette bringen“ offenbart die deutsche Verhaltensweise in diesen nicht nur sportlichen Situationen. Ein solches deutsches Verhalten ist schlichtweg schäbig.

In dem Gespräch zwischen Jögi Löw und der ARD-Sportschau wird die sportliche Lebensleistung von Jögi Löw nicht gewürdigt. Warum sollte sie es dort auch? Weil es das letzte Interview nach einem Länderspiel zwischen der „Sportschau“ und dem Bundestrainer war und weil es anständig, angebracht und angemessen in dieser Situation gewesen ist.

Hier hätte eine Gesamtwürdigung neben dem tagesaktuellen sportlichen Ereignis gut getan. „Veni, vidi, vic“ (kam, sah, siegte) galt zwar nicht für „Die Mannschaft“ unter Führung von Joachim Löw. Dennoch stand der Interviewerin ein gestandener und in seiner Biographie durchaus erfolgreicher Trainer gegenüber. 15 Jahre Bundestrainer, eine Zeit, die nicht allein der gestrigen fußballerischen Leistung zugeschrieben werden kann. Zu erinnern ist, dass Jögi Löw mit „Die Mannschaft“ im Jahr 2014 Fußball-Weltmeister wurde und anschließend in sieben Länderspielen ungeschlagen blieb, bis dann das Vorrunden-Aus in der Fußball-WM 2018 folgte.

Wenn man am Boden liegt, dann tritt man nach“, das wusste schon Niccolò Machiavelli in seinem Buch „Der Fürst“. Der so geprägte „Machiavellismus“ skizziert eine Theorie, nach der zur Erlangung oder Erhaltung politischer, medialer oder sportlicher Macht jedes Mittel von Recht und Moral erlaubt ist. Passt ein solches Interviewverhalten zur „Die Mannschaft“ prägenden regenbogenartigen Auseinandersetzung mit angeblichen ungarischen Menschenrechtsverletzungen und dem Tragen einer „Regenbogen-Binde“ durch den gutmenschlichen Kapitän der deutschen Fußballvertretung?

Die Grundanlage des Interviews sowie besonders die Fragen selbst werden der so von Deutschland während der Fußball-Europameisterschaft 2020 (EM) geforderten gutmenschlichen Attitüde, der korrekten Haltung und der damit richtigen Gesinnung nicht gerecht. Moderatorin Wellmers Interview fällt damit inkompetent und im höchsten Maße zum Fremdschämen peinlich aus.

Nach Meinung des Autors hat die ARD an dieser Stelle rasch Konsequenzen folgen zu lassen. Die Moderatorin Jessy Wellmer hat sich für den zukünftigen sportlichen Moderationseinsatz völlig disqualifiziert und gehört „vom Platz gestellt“. Ihr fehlt es schlicht an der in solchen Situationen so wichtigen emotionalen Kompetenz. Darüber hinaus zeigte sie sich unvorbereitet, uninspiriert und unterwürfig – schlicht in der ihr gestellten Aufgabe überfordert.

Weiterhin forderten viele bereits 2018 und heute rückwirkend den Rücktritt von Joachim Löw als Bundestrainer. Dessen Ziel war es, die Zeit nach dem WM-Aus für eine erfolgreiche Fußball-Europameisterschaft 2020 zu nutzen. Selbstverständlich trägt der Bundestrainer Löw die Verantwortung. Diese hat er auch heute während seiner letzten Pressekonferenz übernommen. „Mein Herz schlägt schwarz-rot-gold“, fasst Löw seine Analyse zusammen. Das Herz der deutschen politischen und gesellschaftlichen Mehrheit schlug nach medialer Wahrnehmung während der EM jedoch in Regenbogenfarben.

Tatsächlich haben die Berichterstatter, Bewerter und Analysten jedoch die gesamtgesellschaftliche deutsche Situation in den Blick zu nehmen. Sport und Politik sind zu trennen. Wenn beim Sport das Politische überwiegt, dann kann der Trainer noch so kompetent, stark und sportlich fit sein. Fußballerische Erfolge bleiben sodann und schließlich aus. Da hilft kein vom Trainer ausgesprochener rhetorischer „Spirit der Mannschaft“.

Vor diesem Hintergrund hätte ein alternativer Trainer zu Löw ein ähnliches Abschneiden bei der EM kaum verhindern können. Faktisch wurde der deutsche Spitzenfußball in den letzten 16 Jahren – und das hat ebenso etwas mit der Kanzlerschaft von Dr. Angela Merkel (CDU) zu tun – ideologisch deinstalliert.

Als einen Ausgangspunkt dieser Entwicklung lässt sich die Namensänderung der „Deutschen Nationalmannschaft“ in „Die Mannschaft“ identifizieren. Hier wird begrifflich alles das, was für die deutsche Nation, was für die „deutsche Identität“ steht über die Namensgebung und die daran folgende ideologische und personelle Aufstellung wegradiert.

Haltung und Gesinnung stand seitdem im Vordergrund und nicht die fußballerisch notwendigen sportlichen Entscheidungen. Zuletzt ist dieses in der Politik des „Kniefalls“ und dem Tragen der „Regenbogen-Binde“ sowie dem Gehabe um die Regenbogenfarbe überaus sichtbar und nachvollziehbar.

Der von Oliver Bierhoff als DFB-Direktor so hochgelobte und hervorgestellte „Team-Spirit“ kann sich in der Weise auf dem Fußballplatz so nicht entwickeln. Alle anderen an der EM teilnehmenden oder teilgenommenen Mannschaften liefen mit einem Nationalstolz, einer Identität auf den Platz. Sie repräsentieren ihr Land, mit ihren Werten und Normen. Ein Franzose spiegelt „La Grande Nation“ wieder. „Die Mannschaft“ verinnerlichte moralische und eben keine fußballerischen Ansprüche und wird somit „Europa-Moralweltmeister“ und scheidet im Achtelfinale aus. Das sind die Fakten.

Insgesamt stand und steht keine deutsche Mannschaft auf dem Platz, die die deutschen Tugenden verkörpert. Diese Tugenden kann nur jemand authentisch leben, der voll und ganz eine „deutsche Identität“ verinnerlicht hat.

Diese Identität wird über Generationen menschlich weitergegeben, in der Regel erfolgt dies über die familiäre Erziehung. Als Zugezogener oder nach Deutschland eingewanderter Mensch wird man Mitglied der deutschen Gesellschaft. Eine „deutsche Identität“ stellt jedoch etwas völlig anderes dar. Das haben der deutschen Mannschaft viele andere europäische Mannschaften voraus, z. B. Tschechien, Schweiz, Ukraine, Frankreich.

Ein Beleg für diese These zeigt die vormalige Diskussion um das Singen der „Deutschen Nationalhymne“, der sich viele Spieler aus „Die Mannschaft“ verweigerten oder daran nicht teilnahmen. So ein Verhalten zeigt den deutlichen Mangel an einer zu Deutschland gehörenden Verbundenheit.

Schließlich zeigen sich die Fans ebenso ambivalent. Alle zwei oder vier Jahre mutieren diese zu „Saison-Patrioten“. Dort stehen sie zu Deutschland, ihrem Land, ihrer Nation, ihrer Identität, in dem sie in schwarz-rot-goldenen Flaggen, Trikots und Schals Worte wie „Schland“ skandieren. In der Zwischenzeit – zwischen Fußball-Europa- und Weltmeisterschaften – ducken sich die „patriotischen Fans“ ideologisch und heuchlerisch weg und huldigen den linksgrün-sozialdemokratischen politischen Vorgaben. Sie rühmen sich damit, wieder der „Deutsche Michel“ zu sein. Das sind leider die harten Fakten, die auch als solche zu benennen sind.

Am Ende bleibt dem Bundestrainer Joachim Löw für seine Arbeit und seinen persönlichen Einsatz ganz herzlich zu danken. Als Person des öffentlichen Lebens war es sicherlich für ihn nicht immer so leicht, den „Anfeindungen“ (bis zum heutigen Tag) auszuhalten.

Alle diejenigen, die sich als „Fußball-Experten“ medial und privat aktuell äußern, sollen erst einmal selbst eine solche Karriere mit allen Widrigkeiten über einen solchen Zeitraum bewältigen.

Ansonsten gilt es – nicht nur für Jessy Wellmer – einfach mal die Klappe halten und innehalten. Schauen wir gemeinsam, wer in diesem Jahr der verdiente Fußball-Europameister wird.


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