“Metal-Hammer” entsetzt über “wenig feinfühlige” Hardrocker

Bild von Vishnu R auf Pixabay

Metalbands sind nicht unbedingt mein Metier und normalerweise lese ich auch nicht im “Metal-Hammer”. Zufällig bin ich aber über einen kurzen Artikel gestolpert, in dem es weniger um Musik geht, sondern mehr um Schusswaffen. Genauer gesagt, um Aussagen von Mitgliedern der Band “System of a Down” (SOAD), die den “Metal-Hammer” Redakteur Lothar Gerber etwas verschreckt haben.

System Of A Down haben mit Serj Tankian und John Dolmayan zwei Fürsprecher gegensätzlicher politische Lager. In Ersterem schlägt bekanntlich ein linkes Herz, während Letzterer ein ausgewiesener Trump-Unterstützer ist. Nun hat sich mit Daron Malakian ein drittes Bandmitglied politisch positioniert. Der Gitarrist schrieb in den sozialen Medien, er halte Waffen für essenziell bei der Selbstverteidigung und sei gegen eine stärkere Kontrolle von Schusswaffen. Dieser Kommentar kommt nicht ohne Grund: Nach zwei Amoklaufen im März 2021 ist in den USA erneut die Diskussion um den Zugang zu Schusswaffen entbrannt.

https://www.metal-hammer.de/daron-malakian-waffen-sind-wichtig-fuer-selbstverteidigung-1684369/

Laut Wikipedia haben alle Mitglieder von SOAD armenische Wurzeln und thematisierten schon mehrfach in ihren Songs den Genozid an den Armeniern. Auch haben sie Partei ergriffen für die armensiche Seite im jüngsten Berg-Karabach-Konflikt und auch Spenden gesammelt.

Von daher ist es eigentlich eher verwunderlich, dass sich nicht alle Band-Mitglieder bewusst sind, dass das beste Mittel gegen einen Völkermord ein wehrhaftes Volk ist.

(…) Bei diesem zweiten Amendment, von dem Daron Malakian hier redet, handelt es sich um dem zweiten Zusatzartikel zur Bill Of Rights, der Verfassung der Vereinigten Staaten. Darin wird verboten, dass das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen eingeschränkt werden kann. Das Schusswaffenthema in den USA ist wahrlich schwierig. Selbst aufgeschlossene Musiker wie Maynard James Keenan finden nichts falsch daran, Schusswaffen zuhause zu haben. Nichtsdestotrotz überrascht es, dass nach Dolmayan ein zweites SOAD-Mitglied sich mit so einer konservativen Botschaft zu Wort meldet. Und in Anbetracht der beiden kürzlichen Massenschießereien ist seine Anmerkung wenig feinfühlig.

Herrn Gerber verstehe ich so, dass “aufgeschlossene Musiker” gefälligst Eigenverantwortung von erwachsenen Menschen ablehnen und, von bewaffneten Staatsorganen abgesehen, ausschließlich Verbrechern das Tragen von Waffen überlassen sollen. Wer dagegen nicht dem Zeitgeist folgt und eine Verfassung schätzt, die wie keine andere die Freiheit des Einzelnen nicht zuletzt vor tyrannischen Regierungen schützt, der verbreitet “konservative Botschaften”.

Sich in unserer Zeit klar und deutlich gegen den derzeit vorherrschenden Zeitgeist und für bewaffnete Bürger zu positionieren, mag ein Musikredakteur als “wenig feinfühlig” empfinden. Durchgeknallte Typen, die in einer zur “Gun Free Zone” deklarierten Schule oder Shopping-Mall wehrlose Zivilisten abknallen, stoppt man aber nicht mit politisch korrekter Gesinnung. Die lassen sich nur beeindrucken, wenn jemand in der Lage ist, das Feuer zu erwidern.

Dann endet in der Regel der Amoklauf, wenn die Allmacht des Täters, der einzige Bewaffnete in einer per Gesetz waffenfreien Zone zu sein, auf bewaffneten Widerstand stößt. Daron Malakian spricht von Selbstverteidigung und wehrhafte, bewaffnete, zur Selbstverteidigung bereite Bürger sind der Alptraum jedes Möchtegern-Amokläufers. Ob man das nun wenig feinfühlig findet oder nicht.


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Über den Autor

Benedikt Krainz
Boomer, Sportschütze, Blogger, Hobby-Waffenlobby-Aktivist. Staatlich regelmäßig überprüft hinsichtlich Zuverlässigkeit, persönlicher Eignung und neuerdings Verfassungstreue.

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