NDR verniedlicht Straftaten

Der zwangsgebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk tritt einmal mehr in ein Fettnäpfchen. Diesmal ist der NDR an der Reihe: Am vergangenen Mittwoch sind Mitglieder der „Umweltorganisation“ Greenpeace in den umzäunten Verladehafen in Emden eingedrungen und haben eigenen Angaben zufolge 1.500 Autoschlüssel von für den Export bereitstehenden Autos entwendet. Diese wurden dann auf die Zugspitze gebracht. Mit dieser öffentlichkeitswirksamen Aktion wollten die selbsternannten Umweltschützer für mehr Klimaschutz und einen schnellen Verbrenner-Ausstieg von Volkswagen demonstrieren. Und selbstverständlich sprangen die Medien auch auf diesen Coup an. So auch der mit Zwangsgebühren gefütterte Norddeutsche Rundfunk (NDR). Doch anstatt diese Aktion kritisch-journalistisch zu begleiten und zu kommentieren, verniedlichte der Sender den Schlüsselklau in einer Beitragsankündigung wie folgt:

Bild-Quelle: Screenshot NDR

Wie bitte? Was versteht denn der NDR unter „gewiefte Aktion“? Schwingt da etwa ein wenig Bewunderung für die Begehung von Straftaten mit? Diese Vermutung liegt nahe. Aber schauen wir zunächst einmal in den Duden: Das Wort „gewieft“ ist demnach ein Synonym unter anderem für „sehr erfahren“, „schlau“ und „gewitzt“. War der Schlüsselklau also eine „schlaue“ oder „gewitzte“ Aktion?

Nein, liebe Journalisten des NDR, diese Aktion war weder schlau noch gewitzt, sie war dumm und kriminell! Und es war auch keine Heldentat, denn dadurch ändert sich weder das Klima, noch ändern die Menschen ihre Meinung dazu. Daher wäre eine kritische Schlagzeile des Senders zu diesem kriminellen Vorgang angebrachter gewesen. Denn hier wurden nicht nur Straftaten (Hausfriedensbruch, Diebstahl) begangen, sondern es gab auch erhebliche Verzögerungen im Organisationsablauf des Emdener Verladehafens, was immense Kosten verursachte.

Es bleibt zu hoffen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk zukünftig viel kritischer mit derartigen „Aktionen“ von Spendensammelorganisationen wie Greenpeace umgehen.

Und übrigens: Der Transport von 1.500 Fahrzeugschlüsseln mit dem Auto von Emden zur Zugspitze (knapp 1.000 km pro Strecke) ist auch nicht gerade umweltfreundlich und damit förderlich für den Klimaschutz, liebes Greenpeace-Organisationsteam. Aber es ist bekanntlich immer leichter, den Schmutz bei Anderen zu suchen.


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