Neue Bundesregierung: Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche stärker in den Blick nehmen

Die neue Bundesregierung müsse „konsequenter” handeln, aber auch Polizei, Justiz, Schulen, Eltern und Internet-Unternehmen sind in der Pflicht, schärfere Strafverfolgung, bessere Aufklärung, mehr Sicherheit im Netz zu garantieren. Kinder und Jugendliche müssen besser geschützt werden. „Ich setze aktuell große Hoffnung auf die kommende Bundesregierung, dass der Kampf gegen sexuellen Missbrauch und seine Folgen endlich konsequenter geführt und verstärkt angegangen wird“, fordert der „Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland“, Johannes-Wilhelm Rörig (CDU). Seiner Meinung nach muss Deutschland die Strafverfolgung weiter verschärfen und damit das Entdeckungsrisiko für Missbrauchstäter und -täterinnen im Netz massiv erhöhen. Erforderlich sei darüber hinaus, dass eine viel stärkere Polizeipräsenz im Internet stattfindet.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand:

  • Sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet nimmt immer dramatischere Ausmaße an. In Chats, Messengern und sozialen Netzwerken kursieren Millionen von Bildern und Videos mit Kinderporno-Darstellungen.
  • Auch Kinder und Jugendliche selbst teilen leichtfertig solche Inhalte – und vergrößern damit das Leid der Opfer.
  • Mit einer Serie von Artikeln und Videos unterstützen Medien wie „Focus online“ eine Kampagne der Polizeilichen Kriminalprävention gegen die Verbreitung von Kinderpornografie. Die Kampagne „Sounds Wrong“ wendet sich an alle; Kinder und Jugendliche, Eltern, Lehrer, Erzieher, Trainer, Politiker. Das Thema geht dabei jeden an.

Rörig verwies darauf, dass die Zahl der angezeigten Missbrauchsfälle im Jahr 2020 laut Polizeilicher Kriminalstatistik auf mehr als 14.500 gestiegen ist. Er beklagte, dass „gigantische Massen von Missbrauchsdarstellungen“ im Internet zu finden seien und nannte sexuelle Gewalt gegen Kinder ein „gravierendes gesamtgesellschaftliches Problem“.

Das Thema ist in der Gesellschaft in der letzten Zeit sensibilisiert worden. Öffentlichkeit und Politik sprechen nicht mehr nur „über vermeintlich tragische Einzelfälle“. Darüber hinaus werden „Macht- und Abhängigkeitsstrukturen, die Missbrauch begünstigen und darüber, wie in Einrichtungen und Familien das Vertrauen der Kinder zu Menschen, denen sie anvertraut waren, ausgenutzt wurde“, in den Blick genommen. Diese Sicht auf sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein wichtiger Fortschritt im Umgang mit dem Thema.

Zu den Ermittlungsmöglichkeiten von Polizei und Staatsanwaltschaften bei Missbrauchs-Straftaten im Internet identifiziert Rörig als Hauptproblem die nicht unzureichenden Fahndungsmethoden oder fehlende Befugnisse, sondern die meist schlechten personellen und technischen Kapazitäten. Es braucht eine viel stärkere Polizeipräsenz im Netz. Eine schlagkräftige Cyberpolizei ist zu etablieren. Die Maxime muss lauten: „Die Polizei muss dort präsent sein, wo Kriminalität stattfindet“.


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