Noch mehr Bürokratie in Brüssel: EU-Kommissarin will „Gesundheits-Union“ schaffen

Europa muss sich nach Überzeugung von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides besser auf mögliche künftige Gesundheitsnotlagen vorbereiten. Das Ziel sei, eine „Gesundheits-Union“ zu schaffen und die dafür erforderlichen Kapazitäten aufzubauen, sagte die Kommissarin am Freitag in einem Video-Gespräch mit den Abgeordneten des Gesundheitsausschusses des Bundestages. Das berichten die Parlamentsnachrichten.

Die aktuelle Krise müsse als Chance genutzt werden, um solche Kapazitäten zu entwickeln. Kyriakides sprach von einem Zeitalter der Pandemien und fügte hinzu, die Bürger müssten davor geschützt werden. Sie räumte ein, dass die EU auf eine Pandemie dieser Größenordnung nicht vorbereitet gewesen sei. Künftig müsse die EU in solchen gesundheitlichen Notlagen schneller reagieren können. Das erwarteten die Bürger auch.

Die EU-Kommissarin dankte Deutschland für die solidarische Unterstützung in der Coronakrise. Die Einzelstaaten hätten alleine nicht an die Impfstoffe kommen können. Es sei richtig gewesen, die Impfstoffe in der EU gleichmäßig zu verteilen. Diese Meinung wird in Deutschland allerdings nicht von allen geteilt.

Die anfangs langsam angelaufene Impfkampagne habe mit Problemen bei einem Lieferanten zu tun gehabt, ist sich Kyriakides sicher. Inzwischen habe sich die Impfkampagne in Deutschland und der EU deutlich beschleunigt. Bis Juli könnten 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen Covid-19 geimpft werden.

Die EU-Kommissarin verwies auf die globale Bedeutung der Impfkampagne. Die EU teile Impfstoffe mit der ganzen Welt und exportiere mehr Vakzine als jede andere Region der Erde. Die Pandemie müsse global bekämpft werden. Kyriakides zeigte sich zuversichtlich, dass mit dem geplanten digitalen Impfzertifikat der EU im Sommer wieder vermehrt Reisen möglich werden.


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