Nur 46 Prozent der Deutschen sind elementarversichert! Weshalb soll der Steuerzahler für die Hochwasser-Schäden aufkommen?

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, scheint die zentrale selbst wahrnehmende deutsche Maxime zu lauten. Verfolgt man neben den Pressestimmen die Aussagen vieler Menschen in anderen europäischen Ländern so scheint das Gegenteil dessen zu gelten. Deutschland wird schon lange nicht mehr als „Musterschüler“ Europas und damit als Vorbild wahrgenommen.

Wollen wir ein neues System einführen, so blicken wir als erstes nach Deutschland. Dann wissen wir, wie wir es nicht umsetzen werden“, ist von niederländischer Seite häufig zu hören. Die Schweizer (nicht zur Europäischen Union zählend) nehmen die Deutschen als „von oben herab“, also arrogant wahr. Am Ende steht die Frage: „Welches System funktioniert in ‘Good-old-Germany’ dem Grunde nach noch alltagstauglich und im Ernstfall?“.

Als ein trauriges und gelebtes Beispiel fällt an dieser Stelle das chaotische Verhalten sowie katastrophale Versagen des „Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“ (BBG) und des Bundesinnenministeriums unter Führung von Horst Seehofer (CSU) auf.

Die für die rechtzeitige Bereitstellung der Informationen zuständigen Institutionen funktionierten ausnahmslos. Doch diese vorhandenen Informationen wurden unzureichend von den Politikern als (theoretisch) ihren Aufgaben gewachsenen Stellen miserabel aufbereitet, weitergeleitet und den Menschen rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Somit war es den später betroffenen Menschen nicht möglich, sich frühzeitig auf das drohende Unwetter vorzubereiten.

Dem Eingeständnis ihres totalen Versagens ausweichend, versucht die Politik thematische „Nebenkriegsschauplätze“ zu bespielen. So wird landauf und landab der Klimawandel dekliniert. Wohlweislich, dass dieser in keiner Weise als ursächlich für die katastrophalen Bedingungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu bezeichnen ist.

Fakt ist, dass die jahrelange Flächenversiegelung und die damit verbundene Begradigung traditioneller Flüsse einen Eingriff in die Natur bedeuteten, die nicht zuletzt das Abfließen des vielen Wassers in die ursprünglich neben dem Flussbett beheimateten Wiesen und Felder ermöglichte. Hier für zeichnen Politik, Parteien und Politiker verantwortlich, die aktuell freilich auf Tauchstation gehen.

Daneben wurden in den ehemaligen Flussbetten Baugebiete ausgewiesen – fatal. Das Wasser sucht sich natürlich seinen „alten Weg“. Katastrophal, dass sich genau dort die zahlreichen Häuser befinden, die u. a. in Mitleidenschaft gezogen wurden. Kann man den Bauherrn heute einen Vorwurf machen?

Ein erstes Geschmäckle zeigte sich bereits im Verhalten der „lachenden Spitzenpolitiker Armin Laschet und Dr. Frank-Walter Steinmeier“. Ein menschlich, politisches Verhalten, dass in keiner Weise die erforderliche emotionale Kompetenz offenbarte. Ein weiteres Geschmäckle wird in der Unterversicherung der jetzt betroffenen Menschen deutlich. Der Deutsche neigt dazu, sich überzuversichern – leider in den falschen Versicherungsarten, wie sich in diesen Tagen zeigt.

46 Prozent der Menschen sind zusätzlich zu ihrer Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherung gegen Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser versichert oder schließen eine in Unwettersituationen greifende Elementarschadenversicherung ab. 70 – 80 Prozent ist einer für Deutschland wünschenswerte Größenordnung. Lediglich in Baden-Württemberg liegt die Quote in diesem Versicherungsbereich bei 94 Prozent. Verantwortlich dafür ist die bis 1993 in diesem Bundesland geltende Versicherungspflicht gegen extreme Naturgefahren. Zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz liegt die Versicherungsquote aktuell bei 37 Prozent.

Vor diesem Hintergrund offenbart der Deutsche sein wahres Gesicht. Er fragt, weshalb der Staat jetzt „finanzielle Nothilfen“ für die zu Schaden gekommenen Menschen bereitstellt. Andere hätten schließlich jahrelang Prämien für die in meteorologischen Katastrophenlagen erforderlichen Versicherungen gezahlt. Kurz gesagt: „Diese Leute hätten sich ja versichern können, Pech gehabt!“.

Welcher Politiker stellt sich dieser so wichtigen Fragestellung – zumal in der „heißen Phase“ eines Bundestagswahlkampfes? Absichtserklärungen solange das Hochwasser noch sichtbar ist. Scheint die Sonne, so wird die Fragestellung wieder unsichtbar – bis zum nächsten Hochwasser.

Der Deutsche als über allem Erhabene scheut den Blick über die Landesgrenze, um zu eruieren, wie andere bestimmte Probleme lösen. Der Deutsche weiß es ja besser – vor allem moralisch und ökologisch. Dabei fällt die Beantwortung der Frage so einfach aus, zieht man das „Schweizermodell“ heran:

  • Bebauungsverbot in gefährdeten Gebieten
  • Hausfinanzierung nur mit Elementarschadenversicherung
  • Gebäudeversicherung als Prämisse für einen Hypothekenkredit

Im Ergebnis steigt die nötige Versicherungsquote in der (politisch) gewollten Weise an. In Deutschland erscheinen Themen wie das „Gendern“, „LGBTQ+“ oder der „Klimawandel“ bedeutsamer als der Schutz des Eigenheimes.

Am Ende verbleiben die Fragen: „Weshalb soll der Steuerzahler für die Schäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aufkommen?“ und „Aus welchem Grund sollen die Menschen in Deutschland Geld für die in Not geratenen Menschen spenden?“.

In Deutschland sind etwa ein Prozent der Häuser nicht versicherbar. Alle anderen können zu akzeptablen Prämien eine Elementarschadenversicherung abschließen. Die Kosten hierfür liegen im Jahr bei bis zu 100 Euro. Das sollte einem seine Existenz wert sein, oder?


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