Phrasen dreschen auf Kosten der Steuerzahler

Politiker müssen Botschaften vermitteln, gute und schlechte Nachrichten verkünden und manchmal auch unpopuläre Entscheidungen rechtfertigen. Dabei ist entscheidend, dass die Volksvertreter authentisch und ehrlich wirken – auch wenn sie es bisweilen nicht sind. Damit ihnen dieses Kunststück gelingt, bedienen sich die Amts- und Mandatsträger nicht selten Rhetoriktrainern: Die Sprachartisten zeigen Politikern, mit welchen Phrasen man sich selbst bei den unangenehmsten Fragen wie ein eingeseifter Aal aus der Affäre ziehen kann.

Gegen diese Vorgehensweise ist auch nichts einzuwenden, solange die horrenden Kosten der Trainingseinheiten von den Teilnehmern selbst getragen und nicht dem Steuerzahler auferlegt werden. Aber genau das geschah in der Vergangenheit. Beispiel Bundesregierung: Dort haben Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) „Nachhilfe im Phrasen dreschen“ auf Kosten der Steuerzahler erhalten: Der Sozialdemokrat hat seit seinem Amtsantritt mehrere Rhetorikberatungen in Anspruch genommen, bei der auch „Wissen über die menschliche Psychologie“ vermittelt wurde. Hierfür hat der Steuerzahler sicherlich gerne 11.168,75 Euro bezahlt. Noch dekadenter trieb es die CDU-Politikerin Karliczek. Sie erhielt 2019 und 2020 ebenfalls Kommunikations- und Medientraining. Insgesamt 3,5 Tage Einzelunterricht. Hierfür durfte der Steuerzahler 14.541,80 Euro berappen.


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