Pikant: Kohlekraftwerke wieder am Netz – Verbraucher zahlen teuersten Strom der Welt

Wenn blinder Aktionismus mit Wählertäuschung gepaart wird, dann… ist man in Deutschland! Beispiel gefällig?

Wegen des vereinbarten Kohleausstiegs wurden zum 1. Januar 2021 insgesamt 11 Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4,7 GW vom Netz abgeschaltet. Deren Betreiber ließen sich das vorzeitige Aus mit einer Vergütung für die geplante Restlaufzeit versüßen. Der Haken an der Sache: Der Kohleausstieg hielt nur 8 Tage, dann mussten mehrere Kraftwerke wegen der länger andauernden Dunkelflaute wieder ans Netz! Das berichtet blackout news in einer Mitteilung.

Die Bundesnetzagentur bestätigte demnach, dass sie die bereits abgeschalteten Kraftwerke Heyden, Datteln, Walsum 9 und das Kraftwerk Westfalen wieder als systemrelevant einstuft und diese als Reservekraftwerke in Bereitschaft bleiben müssen. Die Eigentümer werden deshalb kurzfristig zum Weiterbetrieb verpflichtet.

Die Bundesnetzagentur stellte weiterhin klar: „Die Kosten für die Vorhaltung in der Netzreserve, sowie für die Umrüstung zum rotierenden Phasenschieber, tragen die Netzkunden, da diese Maßnahmen den sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb dienen.“ Damit ist klar, auch diese Kosten müssen über den Strompreis finanziert werden.

Die Kosten für Noteingriffe zur Netzstabilisierung haben im Jahr 2020 mit 1,4 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Die Eingriffe waren erforderlich, weil der Netzausbau stagniert und die Netze nicht in der Lage sind, die hohen Strommenge von den Windparks im Norden nach Süden zu transportieren. Um die Netze vor Überlastung zu sichern, müssen die Netzbetreiber deshalb im Süden fossile Kraftwerke hochgefahren und im gleichen Maße Windkraftanlagen im Norden drosseln, oder sogar ganz abschalten. Welch ein Unsinn, den der Verbraucher noch bezahlen darf! Und der Strom, den die Betreiber der Windkraftanlagen in dieser Zeit nicht einspeisen konnten, wird diesen vom Netzbetreiber in voller Höhe vergütet. Das heißt konkret: Nicht erzeugter Strom wird trotzdem bezahlt.

Und deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Energiekosten in Deutschland mittlerweile die teuersten der Welt sind: Für Privathaushalte ist der durchschnittliche Strompreis seit dem Jahr 2000 von 13,94 Ct/KWh auf 31,47 Ct/KWh im Jahr 2020 gestiegen und hat damit wieder einmal ein Rekordwert erreicht. Die Steigerung liegt damit bei 125 Prozent auf 20 Jahre. Und ein Ende ist nicht in Sicht.


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