Politisch korrektes Getue bringt internationalen Ärger

Die Exzesse der politischen Korrektheit in Deutschland gefallen außerhalb der Merkel-Republik nicht immer. Der Torwarttrainer Zsolt Petry des abstiegsbedrohten Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC wurde wegen angeblich homophoben und migrationsfeindlichen Äußerungen, die er in einem Interview mit der ungarischen Zeitung Magyar Nemzet getätigt hatte, „von der Arbeit freigestellt“. Damit sich jeder ein Bild machen kann, seien hier seine Äußerungen im Wortlaut veröffentlicht:

„Ich verstehe nicht, wie Europa auf die moralischen Tiefen sinken kann, die es erreicht hat. Für mich ist die Einwanderungspolitik eine Manifestation der moralischen Degradierung. Europa ist ein christlicher Kontinent, und es gefällt mir nicht, den moralischen Verfall zu sehen, der sich über den Kontinent ausbreitet.“

(…)

„Die Liberalen vergrößern den Dissens: Wer nicht glaubt, daß Migration gut ist, weil Europa von Kriminellen überrannt wird, wird schon als Rassist gebrandmarkt. Das ist nicht akzeptabel, die Meinung des anderen wird weniger toleriert, besonders wenn er eine konservative Meinung vertritt.“

(…)

„Langsam stürzt die große Heuchelei in Sachen Presse- und Meinungsfreiheit zusammen: Ein Fußballer darf ruhig sagen, dass die Familie eine Familie ist (Anmerkung: Anspielung auf den Wahlspruch des Vereins für Homo-Ehe), aber er wird hinausgeworfen, wenn er gegen den liberalen Mainstream zu Familie und Migration Stellung nimmt.“

Ob insbesondere Petrys letzte Aussage tatsächlich so zu verstehen oder ebenfalls als Kritik an der Merkel-Politik zu werten ist, liegt wohl im Auge des jeweiligen Betrachters. Hertha BSC hat ja zurzeit auch ganz andere – sportliche – Sorgen. Jedenfalls brachte die Angelegenheit dem deutschen Botschafter in Budapest eine „Einladung“ in das Außenministerium ein.

Der ungarische Kanzleramtsminister Gergely Gulyas bewertete den Rauswurf Petrys am Donnerstag als „empörend“ und „Verletzung der Meinungsfreiheit“. Der Außenminister Peter Szijartó mahnte, dass Deutschland „direkte historische Erfahrungen mit dem größtmöglichen Meinungsterror“ hätte, „weswegen die Überwachung des Grundrechts der Redefreiheit unsere gemeinsame moralische Pflicht ist. Unabhängig von der weltanschaulichen Basis ist die Beschränkung der Meinungsäußerung für die Ungarn inakzeptabel, weil sie ein System heraufbeschwört, wogegen Tausende unserer Landsleute ihr Leben geopfert haben.

Petrys Entschuldigung interessierte Hertha BSC nicht mehr: „Ich möchte betonen, dass ich weder homophob noch fremdenfeindlich bin. Meine Aussage zur Einwanderungspolitik bedaure ich sehr und möchte all die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen und die ich damit beleidigt habe, um Entschuldigung bitten.“


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