Polizei verhaftet rumänische Planschlitzer-Bande – mit Video

Foto: Polizei

Am vergangenen Dienstag durchsuchten mehrere Hundert Einsatzkräfte der Polizei zahlreiche Objekte in Deutschland und Rumänien. Im Fokus der Fahnder stand eine rumänische Einbrecherbande. Dabei konnte auch eine große Zahl an Verdächtigen vorläufig festgenommen und umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden.

Die Masche der Bande: Im Schutz der Nacht schlugen sie zu und schlitzten die Planen von LKW auf, während die Trucker in der Fahrerkabine schliefen. Im Anschluss luden sie die Beute auf ein mitgeführtes Fahrzeug. Danach versuchten sie das Diebesgut überwiegend im Ausland zu verkaufen. Bei ihren Taten gingen die Täter ganz gezielt, professionell und arbeitsteilig vor.

Insgesamt durchsuchten die Beamten 57 Häuser, Wohnungen, Hallen, Keller und Fahrzeuge. Elf davon befanden sich im Großraum Gütersloh und 46 in der rumänischen Region Dambovita. Von den Verdächtigen befinden sich nach richterlicher Vorführung bereits 15 Männer im Alter von 22 bis 39 Jahren in Untersuchungshaft – 13 in Rumänien und zwei in Deutschland. Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei große Mengen an mutmaßlichem Diebesgut sowie Bargeld in Höhe von mehr als 20.000 Euro sicher. In Rumänien entdeckten die Beamten beispielsweise über 100 Kartons mit neuwertigen Laptops, 100 Kartons mit original verpacktem Parfüm und Kosmetikartikel. Noch dazu konnten zwei LKW ausgemacht werden, die voll mit hochwertigen Schuhen und Bekleidung beladen waren. Auch zahlreiche TV-Geräte und Kartons mit teuren Wein- und Cognacflaschen wurden beschlagnahmt. Bei den Durchsuchungen in Deutschland stellten die Ermittler in einem Kellerraum rund 50 Paar neuwertige Sportschuhe sowie mehr als 60 Kartons mit neuen Messern fest. Der Beuteschaden liegt mittlerweile bei über zwei Millionen Euro. Auch die entstandenen Schäden für die Transportwirtschaft waren immens.

Der rund 30 Personen starken Tätergruppierung konnten bis jetzt 112 Taten in Deutschland zugeordnet werden – weitere Ermittlungen dauern an. Die Strafverfolgungsbehörden aller beteiligten Länder waren bei der Aktion zeitgleich im Einsatz. Unterstützt wurde die seit eineinhalb Jahren im Einsatz befindliche Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück, von rumänischen und französischen Sicherheitsbehörden und durch die EU-Institutionen Eurojust und Europol mit Sitz in den Haag. Auch das LKA Baden-Württemberg wie auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen trugen zum Erfolg bei. Nur durch die gute und enge Zusammenarbeit aller Beteiligten war dieser Erfolg erst möglich geworden.

Die betroffenen Rastplätze in Deutschland lagen überwiegend in den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen werteten die Ermittler insgesamt sechs Brennpunkte, unter anderem in Hannover, Braunschweig und Göttingen, aus. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim können etwa 92 Prozent der Taten dem Autohof Holsterfeld in Salzbergen zugeordnet werden.


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