Pornobilder auf Kinder-Handys: Eltern sollten Telefone kontrollieren und aufklären

Die technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts sind nicht nur ein Segen, sondern oftmals auch ein Fluch. Insbesondere für Kinder und Jugendliche, die erst lernen müssen, mit den Gefahren der neuen Kommunikationsmöglichkeiten umzugehen.

In den letzten Wochen ist es laut Polizeiangaben vermehrt zu Fällen gekommen, bei denen Kinder und Jugendliche über Apps wie Instagram oder TikTok Kontakt mit Unbekannten hatten und nach einiger Zeit in eindeutige Sex-Chats verwickelt worden sind. Außerdem erhielten sie Bilder mit kinderpornografischem Material und wurden teilweise auch aufgefordert, selbst Nacktbilder von sich zu verschicken.

Eine Elfjährige auf Rügen hatte jemanden über die Plattform TikTok kennengelernt und mit ihm zunächst per Instagram und später via WhatsApp gechattet – in dem Glauben, es handle sich ebenfalls um einen Schüler. Nach “normalen” Unterhaltungen per Nachricht, schickte ihr der Unbekannte plötzlich kinder- und jugendpornografische Fotos und gab vor, dass sich so etwas alle in seiner Klasse anschauen würden. Er forderte das Mädchen auf, selbst Nacktaufnahmen von sich zu fertigen und zu senden. Das geschah glücklicherweise nicht, da die Eltern das Handy des Mädchens kontrolliert haben und Fotos und Chats sichergestellt haben.

In einem anderen Fall hatte ein 14-Jähriger aus Neustrelitz kinder- und jugendpornografisches Material zugeschickt bekommen und selbst Bilder von sich verschickt. Der Kontakt zu dem angeblichen Mädchen ist durch Teilnahme an Online-Spielen entstanden. Auch hier fielen die Chats durch eine Handykontrolle auf und konnten gestoppt werden.

In beiden Fällen erstatteten die Eltern richtigerweise Anzeige bei der Polizei. Diese Vorfälle dürften aber nur die Spitze des Eisbergs sein, denn die Dunkelziffer bei solchen Taten ist enorm hoch.

Der BLAULICHTBLOG-Tipp:  Kontrollieren Sie regelmäßig die Handys und Laptops Ihrer Kinder und Jugendlichen. Eine Überprüfung von Chats und Apps wie WhatsApp, TikTok, Facebook, Instagram und Co. kann solche Fälle aufdecken und ggf. noch verhindern, dass die Kinder und Jugendlichen selbst Bilder oder Videos von sich verschicken.

Doch nicht nur die Kontrolle ist wichtig, sondern auch gezielte Aufklärung von Beginn der Handynutzung an. Wer bestimmte Apps oder Chatmöglichkeiten nicht von vornherein für seine Kinder sperrt bzw. deren Nutzung nicht unterbindet, sollte den eigenen Kindern klar machen, dass sie sich Eltern sofort anvertrauen, wenn sie selbst Bilder oder Videos mit sexuellem Hintergrund erhalten. Kindern sollte klar gesagt werden, dass es in keinem Fall in Ordnung oder eine lapidare Angelegenheit ist, wenn sie zu Sex-Chats mit Unbekannten oder zum Verschicken von Nacktbildern aufgefordert werden. Hinter vermeintlichen etwa gleichaltrigen Jungen oder Mädchen, stecken in Wahrheit zumeist erwachsene Täter, die sich das Vertrauen der Opfer erschleichen. Sofern sie Material zugesendet bekommen haben, verbreiten sie dieses höchstwahrscheinlich auch im Darknet oder auf anderen Wegen weiter.

Auch das Weiterleiten von kinder- und jugendpornografischem Material zum Beispiel an Freunde ist strafbar. Es ist also kein Kavaliersdelikt, etwa in Gruppenchats mit Mitschülern Nacktbilder von Mädchen oder Jungen weiterzuverbreiten.


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