Rassismus-Vorwurf als 12. Mann auf dem Fußballplatz?

Ein Rassismus-Vorwurf überschattet ein Spiel in der spanischen Primera División. Der FC Valencia verlor gerade sein Ligaspiel gegen FC Cádiz mit 1:2. Nun behauptet der farbige Spieler des FC Valencia, Mouctar Diakhaby, er sei von dem Cádiz-Profi Juan Cala rassistisch beleidigt worden. Diakhaby hatte zudem bereits die „gelbe Karte“ gesehen. Bei einer weiteren Verfehlung hätte er mit einem Platzverweis rechnen müssen.

Derartige Behauptungen scheinen sich inzwischen zu einem legitimen Mittel der Spielgestaltung und -entscheidung zu entwickeln. Im Januar 2021 verlor Bayer Leverkusen sein Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin mit 1:0. Dem Leverkusener Spieler Nadiem Amiri fiel dann ein, der Union-Spieler Florian Hübner hätte ihn rassistisch beleidigt.

Die deutsche Mainstream-Presse ergriff sofort Partei für Amiri, der zudem deutscher Nationalspieler ist. Hübner zeigte sich jedoch „uneinsichtig“ und behauptete, Amiri nicht beleidigt zu haben. Trotz am Spielfeldrand aufgebauter Mikrofone konnte eine Beleidigung von Hübner nicht nachgewiesen werden. Das Westberliner Boulevardblatt B.Z. stänkerte dann noch gegen Hübner – vermutlich, weil Union aus dem Ostteil der Stadt kommt.

Der Rassismusvorwurf wird zunehmend zu einem Kampfbegriff, der genutzt wird, um sich den einen oder anderen Vorteil zu verschaffen. Juan Cala vom FC Cádiz versucht sich zu verteidigen: „Die Unschuldsvermutung existiert in diesem Land anscheinend nicht“. Zumindest knickte sein Trainer (noch) nicht ein und stärkte Cala den Rücken: „Ich muss meinem Spieler glauben, und das tue ich auch.“ Der Gescholtene geht jetzt in die Offensive: „Morgen auf einer Pressekonferenz werde ich Rede und Antwort stehen. Ich werde mich nicht verstecken“, versicherte der 31 Jahre alte Profi.

Das Madrider Sportzeitung „Marca“ hat derweil die Treibjagd gegen Cala eröffnet und titelte: „Du bist nicht allein“ groß auf der ersten Seite, die als Zeichen der Solidarität weitgehend schwarz gestaltet war.


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