Rechtsextreme türkische Kampftruppe „Graue Wölfe“ verbieten – linke Politik gescheitert

Der Blaulichtblog hat sich in den letzten Wochen immer wieder mit den Themen „Clans“, „Clankriminalität“ oder „Araber-Clans“ beschäftigt. Heute nun eine weitere Fragestellung, die es lohnt, intensiv zu betrachten: Halten Sie es für möglich, dass in Deutschland mitten unter uns eine Gruppierung existiert, deren Ziel es ist, als „Kampftruppe“ des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan türkische Minderheiten auf deutschem Staatsgebiet zu jagen? Richtig, dieser Frage mutet Sprachlosigkeit und Fassungslosigkeit an.

Nischenprogramme der deutschen Leitmedien thematisieren diese Fragestellung, andere aus bekannten Gründen nicht. Kein Wunder ist es sicherlich, dass diese Frage mit einem klaren „Ja“ zu beantworten ist. Die Bewegung „Graue Wölfe“ ist es, die im Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als größte rechtsextreme Bewegung in Deutschland geführt wird. Unter Türken in Deutschland gilt die Bewegung als sehr mächtig. Viele Türken wollen dieser Gruppe angehören. Emotional sind sie damit Teil der Mehrheit, der Starken, der Sieger und der Gewinner.

Die türkische Kampftruppe wird dem Bereich Ausländerextremismus im BfV zugeordnet. Der Name dieser Kampftruppe erscheint in der Öffentlichkeit, auch der juristischen Öffentlichkeit unter Titeln wie „Graue Wölfe“ oder „Ülkücüler“ (Idealisten). In der Türkei befinden sich diese „Idealisten“ in absoluter Nähe zu der aktuell mit der Erdogans Partei AKP regierenden rechts-nationalistischen Partei MHP. Die großen Versäumnisse der Integration in Deutschland erleichtern das politische Engagement der „Grauen Wölfe“. Sie sind aktiv als Mitglieder in Stadt- und Integrationsräten auf kommunalen Ebene und üben so politischen Einfluss aus.

Im Jahresbericht des BfV heißt es, „die Ideologie der Grauen Wölfe sei der Völkerverständigung widrig. Die Behörde beobachtet in Deutschland zwei Dachverbände mit insgesamt rund 15.000 organisierten Mitgliedern“. Die Bundesregierung lässt im Bundesinnenministerium aktuell ein Verbot dieser Gruppierung, aber auch sämtlich zu dieser zählenden und zurechenbaren weiteren Verbände prüfen. In diesem Kontext bildet die ADÜTDF den größten politisch organisierten Dachverband. Daneben existiert die religiös-kulturelle Vereinigung türkisch-islamischer Kulturvereine (ATIB). In der Ülkücü-Bewegung versammeln sich besonders junge Menschen in sozialen Netzwerken.

Problematisch an der Einordnung erscheint der Umstand, dass es sich bei den „Grauen Wölfen“ um keine u. a. dem Vereinsrecht zuzuordnenden Organisation handelt. In Frankreich wurde die Bewegung bereits verboten.

Die türkische Kampftruppe tritt als eine eigenständige, sehr heterogene Bewegung auf. Mitglieder dieser Bewegung radikalisierten sich zunehmend und das auch historisch. Sie sammeln sich unter einem übersteigerten türkischen Nationalismus, der der deutschen Integrationspolitik diametral gegenübersteht. Sie agieren etwa in Deutschland im Zentralrat der Muslime und in Studierendenorganisationen. Parallel bilden sie Netzwerke zu Integrationsräten und sind Bündnispartner für religiöse und nationalistische politische Richtungen.

Aktionen wie Hetze im Netz, Angriffe auf Minderheiten, Einschüchterung von Andersdenkenden sind nur einige den „Grauen Wölfen“ zugerechneten Aktivitäten. Eine hohe Zahl an strafrechtlich relevanten Attacken, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Angriffe auf Leib und Leben gehen auf Handlung von Leuten zurück, die sich bei den so genannten „Grauen Wölfen“ organisieren. Diese richten sich nicht nur gegen türkische Minderheiten, sondern auch gegen u. a. Politiker türkischer Abstammung.

Das Symbol der Türken bildet nach der Ergenekon-Saga der graue Wolf. Die „Kampftruppe“ tritt mit provozierenden Symboliken auf. Erkennbar werden dieser Gruppe zuzurechnenden Akteure durch das zeigen eines Grauen Wolfes, drei Halbmonde oder den Wolfsgruß. So wird eine aggressive Stimmung gegenüber anderen, den „Grauen Wölfen“ nicht zuzurechnenden türkischen Minderheiten, erzeugt.

Historisch lassen sich die „Grauen Wölfe“ auf den Nationalismus von Kemal Atatürk bis 1938 zurückführen. Dieser schuf aus dem ehemals zerfallenen Osmanischen Reich eine einheitliche, starke türkische Nation. Das „Türkentum“ wurde zur nationalen Identität erhoben. Nachfolgende Regierungen setzen die Politik Atatürks nicht fort, sie führten einen „ideologischen Krieg“. Die Bindung der Türkei an die NATO erfolgte schlussendlich.

Ursprünglich standen die „Grauen Wölfe“ dem türkischen Geheimdienst nahe. Teile dieser Gruppierung wurden von CIA und der NATO für geheimdienstliche Zwecke ausgebildet. Nach außen geben sich die Wölfe legalistisch. Parallel fand jedoch eine enorme Radikalisierung und Islamisierung statt. Ziel war es seinerzeit, die Türkei vor staatlich zerstörerischen Strömungen zu schützen. Im Wesentlichen handelte es sich dort um linksradikale politische Richtungen, die den Kommunismus in der Türkei etablieren wollten. Am Ende sollte die türkische Republik wieder zu ihren Wurzeln geführt werden und als Nation erscheinen – danach streben die „Grauen Wölfe“ noch heute.  

Die multikulturelle Gesellschaft in Deutschland hat den Praxistest nicht überstanden. Gerade die links-grüne politische ideologische Wirklichkeit ist an der Realität gescheitert. Im Ergebnis konnten sich bisher unbeobachtet türkische Parallelwelten etablieren, deren politisches Wirken sich primär im rechtsextremistischen Milieu vollzieht. Die Informationen des BfV zeigen deutlich, dass sich diese rechten Gruppierungen in keiner Weise in der Spitze auf deutsche Organisationen richten. Vielmehr haben sich aus dem Ausland importierte rechte Strukturen – besonders aus der Türkei – gebildet.

Diese Strukturen sind nun aufzubrechen, zu verbieten und strafrechtlich zu verfolgen. Besonders das politische Engagement vieler den „Grauen Wölfen“ zuzuordnenden politisch Aktiven in den politischen Parteien ist kritisch zu betrachten. Der dort geübte politische Einfluss und die damit verbundene Informationsbeschaffung u. a. aus deutschen Sicherheitsbehörden erleichtert das kriminelle Handeln dieser Verbände.

Die deutsche politische Linke (SPD, Grüne, Linke, CDU) ist auf diesem Auge vollständig erblindet. Genau an dieser Stelle hat die deutsche Öffentlichkeit mit zwei Augen hinzusehen und engagiert politisch und rechtlich zu handeln. Eine im Herbst 2021 neu zu bildende Bundesregierung aus Grünen und CDU wirkt an der Stelle kontraproduktiv und ändert an den sich bis dato etablierten Strukturen nichts.

Die „Grauen Wölfe“ und den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wird es freuen, sollten sich die deutschen Wählerinnen und Wähler wieder einmal als politisch blind erweisen. Offenbar bezeichnet Erdogan die deutsche Bevölkerung sodann nicht umsonst als „Hunderasse“. Darüber sollte jeder einmal nachdenken, bevor er seine Stimme am 26.09.2021 abgibt.


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