Robin Alexander: „Machtverfall – Merkels Ende und das Drama der deutschen Politik – eine Rezension

Politisch interessierte Leserinnen und Leser stellen sich seit Februar 2020 die Frage, wie kamen die für die Menschen so belastenden Entscheidungen hinter den Kulissen der politischen Macht zustande? Wer sind die Strippenzieher, wer sind die „Flüsterer der Macht“? Auf wen hört Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel? Welche politischen Tricks wenden Machtpolitiker wie Jens Spahn, Markus Söder und Armin Laschet in der Coronazeit an, um sich zu inszenieren? Welche politischen Machtkämpfe fanden hinter den Kulissen statt? Weshalb trat Annegret Kramp-Karrenbauer vom Amt der CDU-Vorsitzenden zurück und wie kommt es dazu, dass Friedrich Merz aktuell kein politisches Spitzenamt wahrnimmt?

Diesen und weiteren Fragestellungen widmet sich Robin Alexander in seinem neuen Buch „Machtverfall – Merkels Ende und das Drama der deutschen Politik: Ein Report“, das im Münchener Siedler Verlag erschien.

Das Corona-Virus „SARS-CoV-2“ hält die Welt in Atem. Täglich werden den Menschen pandemiespezifische Zahlen (Inzidenzen, R-Wert, Mortalitätsrate etc.) präsentiert. Die AHA+L-Regeln dominieren den Alltag. Die Grundrechte werden teilweise eingeschränkt. Der Deutsche Bundestag wurde für eine lange Zeit von einer exekutiven, auf Verordnungen basierenden „Gesetzgebung“ abgelöst.

Ein durch das Grundgesetz nicht legitimiertes Gremium, die „Bund-Länder-Konferenz“, also dem Zusammenkommen von Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin, „regiert“ in der Corona-Pandemie. In der Folge veränderte sich das politische Deutschland, die gesellschaftliche Spaltung nahm Fahrt auf. Dieses Jahr wird politisch als Superwahljahr bezeichnet, am Ende steht am 26. September 2021 die Bundestagswahl.

Angela Merkel tritt nach 16 Jahren Kanzlerschaft nicht erneut als CDU-Spitzenkandidatin für das Amt der Bundeskanzlerin an – ein Novum in der Deutschen Geschichte. Ausgerechnet in dieser für die CDU so heiklen Lage positionieren sich die Grünen mit Annalena Baerbock als potentielle Merkel-Nachfolgerin.

Die so skizzierten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen rufen den 46-jährigen Journalisten, politischen Reporter, Kolumnisten, ehemaligen Redakteur der taz sowie Reporter bei Vanity Fair und aktuellen stellvertretenden Chefredakteur Politik der „Welt“ Robin Alexander auf den Plan, literarisch tätig zu werden. Die in der politischen Fachliteratur versierten Leserinnen und Leser werden sich an seinen letzten politisch qualitativ hochwertigen Bestseller „Die Getriebenen. Merkel und die Flüchtlingspolitik“ sehr lebendig erinnern.

Jetzt legt Robin Alexander auf 378 Seiten einen Streifzug durch die „Tagespolitik“ der letzten eineinhalb Jahre vor. Leserinnen und Leser, die eine ideologisch geprägte Analyse mit einer klaren Meinungsvorgabe erwarten, können dieses Buch getrost zur Seite legen. Wer jedoch eine hochkarätige, kompetente und mit Sachverstand ausgearbeitete klar verständliche und objektive Beschreibung der sich vollzogenen politischen Prozesse in der Coronazeit erwartet, kommt voll auf seine „Kosten“.

Die in Deutschland öffentlich heftig umstrittenen Schulschließungen beschreibt Bestseller-Autor Alexander ohne persönliche Animositäten und parteiübergreifend in einem Ausschnitt so:

 „[…] In der Bayerischen Landesvertretung tagen die Ministerpräsidenten zunächst getrennt. In einem Raum die sogenannten A-Länder, die von SPD-Ministerpräsidenten regiert werden, im anderen die B-Länder, die von der Union geführt werden. Bodo Ramelow aus Thüringen, der einzige Ministerpräsident der Linken, darf bei der SPD mitberaten. Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg begann als erster grüner Ministerpräsident vor ein paar Jahren auf der A-Seite, merkte aber bald, dass er in den meisten Fragen der Union nähersteht und wechselte auf die B-Seite. In gewöhnlichen Zeiten müsste sich Söder erst eine Mehrheit bei den B-Ländern suchen. Dann würden diese mit den A-Ländern eine gemeinsame Position verhandeln. Aber für Schulschließungen gibt es weder in der A-Vorbesprechung noch bei den B-Ländern eine Mehrheit. Also deutet Söder seine Pläne nur an: „Ich kann mir Schulschließungen vorstellen“. Aber selbst ein bayerischer Sonderweg ist umstritten. Vor allem Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Wortführerin im SPD-Lager, besteht darauf, dass die Länder gemeinsam handeln, um die Bürger nicht zu verwirren. Volker Bouffier, Ministerpräsident von Hessen und Autorität im Unionslager, sieht es genauso.

Söder verrät seinen Kollegen nicht, dass er bereits entschieden hat, die Schulen in Bayern zu schließen. […]“.

Der Politikprofi Alexander mit seinem umfangreichen stabilen politischen Netzwerk im politischen Berlin offenbart in fünf überaus informativen Kapiteln einen lebendigen Blick hinter die politischen Kulissen, die ihresgleichen suchen. Der klare und packende Schreibstil des Autors lässt seine Leserinnen und Leser das Gefühl entwickeln, als nähmen sie persönlich am politischen Geschehen teil.

Damit widersetzt sich Robin Alexander dem aktuellen journalistisch-literarisch linksgrünen-sozialdemokratischen medialen Mainstream. Am politischen Horizont zeichnet sich im Herbst 2021 die erste schwarz-grüne respektive grün-schwarze Bundesregierung ab. Die in diesen Zeiten konservativ ausgerichteten Leserinnen und Leser sehnen sich nach politisch und ökonomisch interessanter sowie ideologiefreier Literatur. Diese soll auf der Basis des gesunden Menschenverstandes, wertfrei und offen sowie spannend mit auf den literarischen Weg erfolgen.

Robin Alexander präsentiert seinen Leserinnen und Lesern in hervorragender journalistischer Art und Weise die politischen Zusammenhänge der jüngsten deutschen Geschichte. Es wäre ein großer Verlust, wenn dieses politische Werk nicht entstanden wäre. Ein größerer Verlust ist es jedoch, es nicht gelesen zu haben.


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