Satirische Politikbeschreibung aus Israel – auf Deutschland übertragbar

Als 1969 Ephraim Kishons Roman Der Fuchs im Hühnerstall erschien, wäre in Deutschland wohl niemand auf den Gedanken gekommen, die Romanfigur, den „Staatsmann“ Amitz Dulnikker, mit einem der damaligen Politiker hierzulande zu vergleichen.

Inhalt des Romans: Der unentbehrliche und alternativlose Politiker Dulnikker erleidet einen Herzanfall und muss zur Erholung in ein entlegenes Dorf ziehen. Es ist dort friedlich und ruhig, jeder besitzt das gleiche, Habgier und Neid sind unbekannt. Es gibt keine Bürokratie und die Verbindung mit der Außenwelt wird durch Brieftauben aufrecht erhalten. Alle Bewohner leben vom Kümmelanbau. Die eigenen Angelegenheiten werden solidarisch geregelt. Dulnikker ist mit der Ruhe unzufrieden. Er will aus den friedlichen Dörflern politisch mündige Staatsbürger machen. Rasch ist die friedliche Bürgerschaft tief gespalten. Dulnikker schafft es in Windeseile, erst zwei, dann drei Parteien zu gründen, das Dorf steht kurz vor dem Bürgerkrieg. Die drei Bewerber für das Amt des Bürgermeisters schenken sich nichts. Sie versprechen Probleme zu lösen, die es vor dem Erscheinen Dulnikkers nicht gab.

Heute gibt es in Deutschland sogar eine ganze Partei, auf die das zutrifft. Es ist ein Hochgenuss zu lesen, wie es Dulnikker schafft, dass der Schuster sich selbst bestreikt, weil ihm der erzielte Gewinn zu niedrig erscheint. 1978 wurde der Roman verfilmt.

Kishon, der aus Ungarn stammte, entkam mit viel Glück dem nationalsozialistischen Judenausrottungsprogramm und flüchtete dann vor den Kommunisten nach Israel. Seine Bücher erreichen eine Gesamtauflage von 43 Millionen, wurden in 37 Sprachen übersetzt und erfreuen sich vor allem in Deutschland großer Beliebtheit. Am 29. Januar 2005 starb Kishon im Alter von 80 Jahren. Seine Nähe zur konservativen Wochenzeitung Junge Freiheit brachte ihm den Hass der Linksextremisten ein.

Der BLAULICHTBLOG-Buchtipp: Der Fuchs im Hühnerstall von Ephraim Kishon.


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