„Schlächter von Homs“: Syrischer Arzt praktizierte in Deutschland

Der Bundesgerichtshof hat einen Antrag auf Haftprüfung eines Syrers verworfen, der sich seit mehr als sechs Monaten in Deutschland in Untersuchungshaft befindet: Alaa M. werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in zwei rechtlich zusammentreffenden Fällen vorgeworfen. Der Arzt soll in einem Militärgefängnis in Homs Gefangene schwer misshandelt, gedemütigt, gefoltert und getötet haben. Pikant ist, dass der „Schlächter von Homs“ nach seiner Flucht nach Deutschland in Hessen als Arzt praktizierte!

Die Generalstaatsanwaltschaft ist sich sicher, dass der Beschuldigte als Assistenzarzt des Militärkrankenhauses in Homs im Sommer 2011 das Geschlechtsteil eines 14- bis 15-jährigen inhaftierten Jungen angezündet und damit den Verlust der Zeugungsfähigkeit billigend in Kauf genommen hat. Darüber hinaus soll der Mann im Juli/August 2012 an mindestens zehn Tagen einen anderen Gefangenen -unter anderem mit einem Plastikrohr- geschlagen und schließlich unter Zuhilfenahme eines Brandbeschleunigers dessen Hand angezündet haben; im Sommer 2012 soll er einem Gefangenen mit dem verschmutzten Schuh in eine entzündete Wunde getreten und diese sowie den Unterarm schließlich angezündet, danach dem auf dem Boden liegenden Gefangenen mit dem beschuhten Fuß drei Zähne ausgetreten und ihn mit einem Schlagstock bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen haben; schließlich soll er einige Tage später einen weiteren Gefangenen, der sich gegen seine Schläge und Tritte gewehrt hatte, mittels einer in einer Spritze enthaltenen Substanz getötet haben.

Ferner ist der Arzt angeklagt, im November 2011 im Gefängnis des syrischen Geheimdienstes in Homs einen der syrischen Opposition zugerechneten Gefangenen, der einen epileptischen Anfall erlitten hatte, an zwei Tagen mit einem Plastikrohr bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen sowie getreten hat. Der Gefangene ist in der Folge verstorben, ohne dass der Grund hierfür habe festgestellt werden können.

Alaa M. wurde am 19. Juni 2020 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Mit seinem Antrag auf Haftprüfung wollte er erreichen, dass die Untersuchungshaft ausgesetzt wird. Dieses lehnte das Gericht jetzt ab. Der Syrer hatte Mitte des Jahres 2015 Homs verlassen und war in die Bundesrepublik Deutschland geflüchtet. Hier hatte er bis zu seiner Festnahme ungestört als Arzt praktiziert.


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