Söder nimmt das Zepter des Handelns in die Hand: Scholz hat die Wahl gewonnen – SPD ist am Zug, eine Regierung zu bilden – Laschet sieht Chancen für ein „Jamaika-Bündnis“

Das Hauen und Stechen zwischen CDU und CSU nimmt Fahrt auch. Dr. Markus Söder, Vorsitzender der Christlich Sozialen Union und Bayerischer Ministerpräsident nimmt kein Blatt mehr vor den Mund. Er stellt sich offen und öffentlich gegen Armin Laschet (CDU), dem er beim Ringen um die innerparteiliche Kanzlerkandidatur unterlag.

Wir bieten es auch den anderen an, also Partnern aus FDP und Grünen, Gespräche zu führen“, formulierte CSU-Chef Söder nach dem ersten Treffen der CSU-Landesgruppe, der für den 20. Deutschen Bundestag gewählten Abgeordneten aus Bayern. „Die SPD ist einfach als diejenige, die die Stimmen voran hat, am Zug. Wenn das nicht funktionieren sollte, dann sind wir zu jeden Gesprächen bereit“, beschreibt Markus Söder das Prozedere aus Sicht seiner Partei.

Für die CSU hat eindeutig Olaf Scholz (SPD) die besten Chancen, Kanzler zu werden. Es sei wichtig, das Wahlergebnis zu respektieren. Für die Union sei es „eine schwere Niederlage” gewesen, sie habe auf breiter Front einen Einbruch erlitten.

Für die Union lasse sich aus dem Ergebnis, das klar den zweiten Platz bedeute, „nun wirklich kein Regierungsauftrag moralisch legitimieren“. Es bleibe aber Verantwortung. „Wir sind wie immer zur Verantwortung bereit, wenn es darum geht, Deutschland zu einer stabilen Regierung zu verhelfen“, sagte der CSU-Chef.

Eine mögliche Ampel-Koalition biete nicht per se die besten Chancen darauf. Klar sei aber, dass dies zunächst einmal nahe liege. Man sei daher auch zu Gesprächen über eine mögliche Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen bereit. „Aber wir werden uns nicht anbiedern“, so Söder. Er machte weiterhin deutlich, dass die Union nach der Wahlniederlage nun „Stabilität und Ordnung” in ihre Prozessstrukturen bringen müsse, um überhaupt gesprächsbereit zu sein.

Armin Laschet hat nach FOCUS-Online-Informationen in der derzeit laufenden Fraktionssitzung der Union betont, es gebe “starke Signale aus der FDP“ gegen eine Ampel-Koalition. Weiter verriet er, auch die Grünen stünden der Ampel-Alternative Jamaika offen gegenüber.

Es ist kein Geheimnis, dass Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP) politisch und privat sehr eng verbunden sind. Schließlich regieren beide Parteien geräuschlos und erfolgreich seit Jahren das größte deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die weiteren politischen Entwicklungen in Berlin bleiben spannend.


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