Söders Macht in Bayern bröckelt – haben SPD und Grüne eine Chance?

So kann es nicht weitergehen“, sagt ein hoher CSU-Parteifreund in Richtung Dr. Markus Söder, dem CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten. Söder wird bald 55 und jetzt muss er sich fundamental ändern. Er hat sich neu aufzustellen: teamorientiert, zuhörend und landesväterlich. Geschieht sich nicht, droht Markus Söder eine Revolte im Lauf dieses Jahres 2022. In Berlin solle er sich zurückhalten. Für Söders Ego besonders schlimm: Er soll den designierten CDU-Chef Friedrich Merz die Bühne des Oppositionsführers überlassen.

In der Fraktion, wo CSU-Revolutionen stets ihren Ursprung haben, hat Söders Ansehen rapide gelitten. Einst strikt loyal Abgeordnete, ergeben bis antriebslos fühlen sich übergangen, Kabinettsmitglieder sich herumgeschubst. Die Junge Union ließ den CSU-Chef Söder im Oktober auf ihrem Deutschlandtag in Münster hart auflaufen. Dort sprach man dem bayerischen Ministerpräsidenten öffentlich ab, noch ein “Zugpferd” zu sein. Jeder Prozentpunkt weniger in den Umfragen erhöht die Explosionsgefahr in der CSU-Landtagsfraktion.

Gemault wird immer in Parteien, das ist nichts Neues. Doch der Unmut hat ein Ausmaß erreicht, das Söder gefährlich werden kann. 2023 ist Wahljahr, nichts ist in der CSU wichtiger als die Regierungsmacht in Bayern. Und in der Landtagsfraktion macht sich schleichend die Sorge breit, ob es 2023 überhaupt noch für eine Regierung reicht. Aktuelle Prognosen sehe keine Mehrheit für die CSU mit der FDP und den Freien Wählern – Alarmstimmung in Bayern. Die CSU liegt demnach bei 32 Prozent in Bayern.

Der Weg zum Bündnis gegen die CSU ist da nicht mehr weit. „Es geht darum, ob wir im Freistaat weiter die Regierung stellen“, äußerte Parteivize Manfred Weber unverblümt. Und verlangt von Söder, das Potenzial bei 40 plus x anzusteuern. Ilse Aigner griff noch höher ins Regal und setzte Söder unfreundlich die „absolute Mehrheit“ als Zielmarke. Das scheint kaum zu erfüllen. Weber und Aigner gelten innerhalb der CSU nicht als Söder-Anhänger.

2021 war kein “Söder-Jahr“. Er bekam nicht die Kanzlerkandidatur. Anschließend verhielt Söder sich überaus illoyal gegenüber dem Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Sodann folgte der Verlust sämtlicher Regierungsämter in Berlin. Die CSU stürzte auf 31,7 Prozent, eine wirkliche Klatsche. Der CSU-Maskenskandal um einige Unions-Bundestagsabgeordnete setze Söder ebenso zu. Die Corona-Politik macht vor dem “bürgerlichen Lager” nicht halt, sie wenden sich langsam von der CSU ab. Viele vormalige Stammwähler, darunter Mittelständler, Handwerker, Wirte, Bauern, sind verunsichert. Sie waren es schon wegen Söders Modernisierungskurs und dem Bienen-Volksbegehren, jetzt sind viele verstört bis zornig.

In der bundesrepublikanischen Geschichte existierte bisher kein anderer Ministerpräsident, der nicht das CSU-Parteibuch innehatte. Das Blatt scheint sich nun auch in Bayern zugunsten von SPD und Grünen oder mit den Freidemokraten zu wenden.

Dr. Markus Söder dürfte aktuell alarmiert sein, schließlich ist dieser ein Machtmensch. Das Wort “Regierungswechsel” gefällt einem Herrn Söder überhaupt nicht.


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