Spitzenduo der AfD zur Bundestagswahl gewählt

Alice Weidel und Tino Chrupalla führen als Spitzenkandidaten die Alternative für Deutschland (AfD) in den kommenden Bundestagswahlkampf. Das ergab eine Online-Mitgliederbefragung. Der deutliche Sieg der beiden Funktionsträger gegenüber ihren Konkurrenten ist ein herber Rückschlag für Parteichef Jörg Meuthen – als Figur. Anders als der Staatsfunk fabuliert und viele Mainstream-Medien behaupten, bedeutet diese Nominierung aber keine „Radikalisierung“ der AfD. Die weit überwiegende Anzahl der AfD Landesverbände werden von „flügelfreiem“ Personal geführt. Das interessiert diese „Journalisten“ aber nicht wirklich.

Tino Chrupalla und Alice Weidel als Spitzenduo für die Bundestagswahl

Zum einen beteiligten sich lediglich 48 Prozent der Parteimitglieder an der Befragung und Alice Weidel als wirtschaftsliberale Lesbe geht nun wirklich nicht als „Nazi für arme Leute“ durch. Weidel ist eine der wenigen innerparteilichen Persönlichkeiten die es schafft, den beim Staatsfunk angestellten Journalisten Paroli zu bieten. Und Tino Chrupalla kommt nicht aus Thüringen, sondern aus Sachsen, wo man der Partei gute Sacharbeit im Landesparlament nachsagt und eben nicht durch Ausfälle, wie sie Björn Höcke gelegentlich vorgeworfen werden, auffällig wird. Chrupalla ist als selbständiger Handwerksmeister sachlich und rhetorisch begabt.

Meuthen, der in Baden-Württemberg offenbar die Auseinandersetzung mit Alice Weisel scheute, bleibt lieber im Europaparlament, wo zwar viel Geld „verdient“ wird, aber politisch wenig Aufmerksamkeit erregt wird. Nicht umsonst gilt Brüssel allgemein als „Verschiebebahnhof für ausgediente Politiker“.

Der Bundessprecher, der von internen Beobachtern als beratungsresistent beschrieben wird, hätte sich selbst für den Bundestag bewerben und dann die Spitzenkandidatur anstreben müssen. Stattdessen hat er offenbar die vollkommen unbekannten hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar und den niedersächsischen Generalleutnant a. D. Joachim Wundrak als Alternativvorschlag zum Gespann Weidel/Chrupalla vorgeschickt. Nur 27 Prozent der Mitglieder wollten allerdings die Meuthen-Jünger auf den Wahlplakaten sehen.

Diese Nominierungsentscheidung war vorhersehbar und sie war verständlich. Meuthen hat damit nicht nur der AfD, sondern vor allem sich selbst beschädigt. Besser wäre es gewesen, sich von Anfang an hinter Alice Weidel und Tino Chrupalla zu stellen. So bietet Meuthen nunmehr den Medien Gelegenheit, erneut das Märchen von einer radikalen AfD aufzutischen.

In der AfD sind – anders als z.B. in Österreich bei der FPÖ oder in Dänemark bei der Dänischen Volkspartei – zu viele Amateure auf dem Spielfeld. Was noch schlimmer ist: diese Amateure glauben ernsthaft, sie seien Bundesliga-Profis.


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