Sprachwissenschaftler kritisiert feminisierte Wortgebilde im Duden

Auf seinem Facebook-Profil übt der Sprachwissenschaftler Dr. Bernd M. Samland scharfe Kritik am Gendersternchen und der Veröffentlichung von künstlich feminisierten Wortgebilden in der Online-Ausgabe des Dudens. Diese Kritik möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten und erlauben uns deshalb, den Text nachfolgend ungekürzt zu veröffentlichen:

Als promovierter Sprachwissenschaftler stehe ich etwas hilflos vor dem Scherbenhaufen einer einst reichen und ausdrucksstarken Sprache der Dichter und Denker. War ich einst stolz darauf, Wörter kreiert zu haben, die Eingang in „den“ Duden gefunden haben, so erfüllt es mich jetzt mit Befremden, dass die Online-Version dieser – nun ehemaligen – Sprachinstanz, künstlich feminisierte Wortgebilde wie „Gästin“ oder „Menschin“ als Gebrauchssprache anbietet (oder gar vorschreibt?).

Gleichermaßen befremdet mich das „Sprechpausen-Gendersternchen“ in den Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Irgendwie tut man dem weiblichen Geschlecht in meinen Ohren Unrecht, wenn man hört, wie 1933 die Faschist*innen die Macht ergriffen haben und Soldat*innen auf der Welt viel Unheil anrichten. Ja, Sprache entwickelt sich weiter – immer schon, aber Sprache, die verordnet wird, egal ob von Redaktionsleitungen, Stadtverwaltungen oder Universitäten, trägt per se Züge des Totalitären, weil sie das Denken manipulieren will.

Der Zweck heiligt die Mittel? Wenn der Zweck – wie vielfach behauptet – darin läge, die Gleichberechtigung aller biologischen Geschlechter zu fördern und gleichermaßen zu wertschätzen, bleibt die Realität den Beweis schuldig, dass dies durch Manipulation der Sprache gelänge. Mir wurde berichtet, dass einer der Sprachen, die traditionell am meisten „gendert“, das Arabische sei, was aber der Rolle der Frau in der arabischen Welt nicht unbedingt förderlich gewesen zu sein scheint.

Die deutsche Sprache unterscheidet ein grammatisches und ein biologisches Geschlecht. Demnach ist ein Kater immer auch eine Katze und eine Hündin immer auch ein Hund, genau wie eine Bürgerin auch ein Bürger ist und eine Schülerin ein Schüler. Und „Studierende“ sind Menschen im Stadium des Studierens, über dessen zeitlichen Umfang man geteilter Meinung sein kann. Wenn aber Gesetzestexte und Verordnungen von „Fahrradfahrenden“ und „Zufußgehenden“ sprechen, ist das im harmlosesten Fall albern. Ernster betrachtet erinnert es leider an George Orwells „Neusprech“.

Ich bleibe verwirrt. Sind meine Freund*innen und ich nun Kölner und Kölnerinnen oder „Kölnernde“ und muss ich neben den „Mutanten“ jetzt auch „Muonkel“ im pandemischen Kontext bekämpfen?


Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt BLAULICHTBLOG mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf
DE60 2905 0101 0082 9837 19 (BIC: SBREDE22XXX), Empfänger: BREPRESS UG,
Verw.-Zweck: Spende Blaulichtblog. Vielen Dank!

Kommentar hinterlassen zu "Sprachwissenschaftler kritisiert feminisierte Wortgebilde im Duden"

Hinterlasse einen Kommentar